Sternbilder

Sternbilder lassen sich in fast allen Kulturen feststellen und mit Sicherheit bis in die frühen Hochkulturen zurückverfolgen. Eine besondere Bedeutung haben menschenähnliche Figuren (z.B. Orion), regelmäßige Drei- bis Sechsecke und längere Sternreihen (z.B. Andromeda, Fünfsternreihe, Wasserschlange) bzw. Sternzüge (Drache, Schlange, Eridanus). Die heutigen Sternbilder gehen von den zwölf babylonischen sowie altägyptischen Tierkreiszeichen aus und wurden im antiken Griechenland auf 48 erweitert. Zwischen 1600 und 1800 wurden weitere eingeführt. Seit 1922 werden 88 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell anerkannte Sternbilder verwendet, deren Grenzlinien nach Vorarbeit von Eugène Delporte, dessen diesbezügliche Arbeit 1930 erschien, 1928 von der IAU definiert wurden.

Sternbilder stellen sich nur subjektiv für den Beobachter dar. Die Sterne der meisten Sternbilder sind weit voneinander entfernt. Der Eindruck, dass die Sterne eines Sternbilds am Himmel nahe beieinander liegen, beruht daher auf dem Projektionseffekt. Die zwölf Tierkreiszeichen, die auf die babylonischen Sternbilder der Ekliptik zurückgehen, bilden eine der Grundlagen der Astrologie, die gerne von Laien mit der Astronomie verwechselt wird. Da sich die Sternbilder durch die Präzession gegen die Tierkreiszeichen seither um etwa 30 Grad verschoben haben, stimmen sie jedoch nicht mehr überein, und die westliche Astrologie lehnt die auf tatsächliche Sternbilder bezogene Deutung (siderische Astrologie) im Allgemeinen ab.

In der Astronomie wurden Sternbilder in Sternkatalogen bereits ab der Antike zur Positionsangabe benutzt. Noch um 1800 teilten Sternkataloge die Himmelsobjekte in die Sternbilder ein, bald danach geht man aber zu einer reinen Positionsangabe mit Rektaszension und Deklination über. Aber die astronomische Nomenklatur der sichtbaren Sterne im Bayer/Flamsteed-Code von 1603 und 1712 abseits ihrer Trivialnamen beruht noch auf diesem System der Areale des Sternhimmels, wie beispielsweise Alpha Centauri nach dem Sternbild des Zentauren. Trotz der heute relativ geringen Bedeutung haben Sternbilder bis jetzt nichts von ihrer Faszination auf den Betrachter eines dunklen Sternenhimmels verloren und spielen gerade für die Sternenkunde in der Hobby-Astronomie immer noch eine wichtige Rolle. Auch kann so der Bogen zwischen historischer und moderner Astronomie geschlagen werden.

Sommerdreieck im Yellostone Nationalpark, USA


Aufnahmeparameter:
Objekt: Das Sommerdreieck ist kein von der IAU festgelegtes Sternbild, sondern ein so genannter Asterismus. Es besteht aus drei Fixsternen, die jeweils unterschiedlichen Sternbildern zugeordnet sind.
Teleskop: Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM Objektiv ohne Teleskop
Montierung: Stativ
Brennweite: 17 mm
Öffnungsverhältnis: 1/2,8
Kamera: Canon 700Da (modifiziert)
Filter: COKIN-Filter P830 (Weichzeichner) und Klarglasfilter von Astronomik
Dunkelbild: 11
Belichtung pro Bild: 30 sec
ISO: 1600 ASA
Bildanzahl: 46
Ort: Yellowstone Nationalpark, USA
Aufnahmedatum: 25. August 2017

Sternbild Nördliche Krone


Aufnahmeparameter:
Objekt: Die Nördliche Krone ist ein relativ kleines, aber markantes Sternbild zwischen dem Herkules und dem Bärenhüter. Die enthaltenen Sterne bilden einen Halbkreis.
Anzahl der Sterne: 7 Sterne (einer ist heller als 3 mag)
Teleskop: Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM Objektiv
Montierung: Stativ
Brennweite: 50 mm
Öffnungsverhältnis: 1/2,8
Kamera: Canon 700Da (modifiziert)
Filter: COKIN-Filter P830 (Weichzeichner) und OWB-Filter von Astronomik
Dunkelbild: 11
Belichtung pro Bild: 20 sec
ISO: 1.600 ASA
Bildanzahl: 25
Ort: Yellowstone Nationalpark, USA
Aufnahmedatum: 25. August 2017

Sternbild Cassiopeia


Aufnahmeparameter:
Objekt: Sternbild Cassiopeia. Die fünf Hauptsterne der Cassiopeia bilden ein markantes W am Himmel, weshalb sie auch als Himmels-W oder in Bremen als Werder-W bezeichnet werden.
Anzahl der Sterne: 5 Sterne (4 davon sind heller als 3 mag)
Teleskop: Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM Objektiv
Montierung: Stativ
Brennweite: 50 mm
Öffnungsverhältnis: 1/2,8
Kamera: Canon 700Da (modifiziert)
Filter: COKIN-Filter P830 (Weichzeichner) und OWB-Filter von Astronomik
Dunkelbild: 11
Belichtung pro Bild: 20 sec
ISO: 1.600 ASA
Bildanzahl: 52
Ort: Yellowstone Nationalpark, USA
Aufnahmedatum: 25. August 2017


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