Astronomische Fahrten

An dieser Stelle möchte ich kurz auf interessante astronomische Orte eingehen, die ich bis heute bereist habe. Dabei kann der Bogen von der Antike bis zur heutigen Gegenwart gespannt werden, da nach meiner Meinung die astronomische Geschichte genauso interessant ist, wie die heutige Raumfahrt. So sind hier zum einen Fahrten aufgeführt, die mit der Astronomische Vereinigung in Lilienthal (AVL) durchgeführt wurden, und zum anderen auch eigene Reisen mit astronomischen Berührungspunkten.

Vorführung von Martin Dunkley in Maspalomas (Gran Canaria)

Auf der Promenade auf Maspalomas, gegenüber unserem Hotel, wurde abends ein C11-Teleskop aufgebaut, welches den Saturn sehr schön abbildete. Man konnte die Cassini-Teilung und den Hauptstreifen sehr gut sehen sowie einen Saturn-Mond oben rechts. Als ich den Besitzer, einen Engländer namens Martin Dunkley, darauf aufmerksam machte, winkte dieser nur ab. Durch Calima ist das Seeing sehr schlecht meinte er, da man sonst bis zu sechs Monde sehen kann und sogar Stürme auf der Oberfläche. Da der Saturn wesentlich höher am Himmel steht, als bei uns, war dies wahrscheinlich korrekt. Auch die ISS sah ich vorbeifliegen, wobei Martin Dunkley unermüdlich die unwissenden Touristen aufklärt. Wir sahen ihn an fünf Tagen vor unserem Hotel, solange der Himmel es zuließ. Der Saturn war trotzdem ein echter Hingucker. Seine Webseite http://www.astrotrek.eu/ hat übrigens nichts mit dem englischen Hersteller der gleichnamigen Reisemontierung zu tun. Dafür erfährt man dort, dass es ihn mitsamt seinem Wohnsitz nach Gran Canaria gezogen hat, da das Wetter einfach berechenbarer und besser dort ist, als in England.

Weltraumbeobachtungsstation Maspalomas (Gran Canaria)

Die Weltraumbeobachtungsstation INTA in Maspalomas (Gran Canaria) wurde ursprünglich von der NASA errichtet, um die Weltraummissionen Gemini, Mercury und Apollo zu koordinieren und zu überwachen. Sie stellte damit ein Verbindungsglied zwischen den Raumfahrzeugen, der Mondfähre und dem Kontrollzentrum in Houston dar. So wurde beispielsweise der berühmte Satz von Neil Armstrong "Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit" auf Maspalomas aufgefangen und an Houston weitergeleitet, wovon er dann in die ganze Welt übertragen wurde. Drei Monate nach ihrer historischen Mondlandung besuchten die drei Astronauten Buzz Aldron, Neil Armstrong und Michael Collins sogar den Stützpunkt im Oktober 1969, um sich für die geleisteten Dienste persönlich zu bedanken. Heute nutzen die Spanier diese Einrichtung, um SOS-Signale auf hoher See aufzufangen und an die Seenotrettung weiterzuleiten. Die Anlage wird daher von dem nationalen Institut für Luftfahrttechnologie (INTA) verwaltet. Ich war im Oktober 2017 in Maspalomas auf Gran Canaria im Urlaub. Von unserem Hotel konnte man direkt auf die Einrichtung blicken.

Totale Sonnenfinsternis in Douglas, USA

Eine kleine AVL-Gruppe aus Wührden fuhr zur Great American Eclipse, die erste totale Sonnenfinsternis in den USA nach 99 Jahren, und sah diese auch unter optimalen Bedingungen in Douglas (Wyoming). Es war die meistgesehenste und -fotografierte SoFi, die es je gegen hat. Millionen von Amerikaner waren auf den Beinen und die NASA hatte einen eigenen Live-Stream eingerichtet. Für uns hieß es allerdings am 21. August erst einmal die Zentrallinie überhaupt zu erreichen, denn wir hatten von Hotsprings noch einige Meilen zu fahren. Von Denver aus waren laut Verkehrsmeldungen 600.000 Autos auf der Straße und blockierten sich gegenseitig. Wir kamen allerdings glücklicherweise aus dem Norden und hatten hier eine geringere Bevölkerungsdichte, denn nicht nur die Touristen wollten die SoFi sehen, auch diverse Amerikaner waren auf der Straße. Zuerst kamen wir auch gut voran, bis wir in der Nähe von Lusk in einen Stau gerieten. Zusätzlich wurden immer mehr Parkplätze von Beobachtern blockiert, obwohl wir uns noch gar nicht im Kernschatten befanden. Doch nach Lusk entspannte sich der Verkehr komplett, so dass wir gut nach Douglas durchkamen. Dort angekommen suchten wir uns eine kleine Parkanlage am Fluß, da die Hauptbeobachtungsplätze relativ leer waren und zusätzliche Parkgebühren kosteten. Und auch das Wetter liess uns nicht im Stich: ein absolut blauer Himmel lud uns ein, die SoFi ohne Beeinträchtigung beobachten zu können. Um 10:15 Uhr hatten wir alles aufgebaut, so dass um 10:24 Uhr die SoFi pünktlich beginnen konnte. Wir waren alle mit SoFi-Brillen, Ferngläsern mit Sonnenfolie und Kameras bewaffnet. Der Anblick war überwältigend, wirkte noch einmal ergreifender durch das Fernglas und entschädigte für die lange Vorbereitungsphase. Sah man vorher bereits die Sonnenflecken extrem gut, die trotz Minimum auf der Sonne vorhanden waren, konnte man während der Totalitätsphase zusätzlich die Korona genießen. Nach der SoFi wurden wir immer wieder von Amerikanern angesprochen, denen wir unsere Bilder gerne zeigten. Erschlagen von dem Erlebnis fuhren wir weiter zu unserem nächsten Motel-Ort Cody, der Stadt von Buffalo Bill, nahe des Yellowstone-Parks, in dem noch weitere spannende Tage und Nächte auf uns warteten.

Sonnenuhr im Prinzengarten in Groningen

Das Prinsentuin (Prinsenhof) ist ein Garten, der in Renaissanceart in Groningen (Niederlande) errichtet wurde. Der Garten besteht einem Rosengarten, einem Kräutergarten und aus einer Sonnenuhr über dem Eingang. In dem Hof ist außerdem ein begrünter Wandelgang (Berceau) zu finden, mit extra ausgeschnittenen Fenstern, um den Damen mit vornehmer Blässe einen sonnenlichtfreien Blick auf die Rosen zu gewähren. Der Garten, der von einer Mauer umgeben wird, ist eines der klassischsten Beispiele für einen Renaissancegarten in den Niederlanden. Er wurde im Jahre 1625 angelegt und zeigt innen über dem Eingangstor eine sehr schöne Sonnenuhr, die sogar eine italienische Zeitskala besitzt. Außerdem befindet sich eine lateinische Inschrift auf ihr, die übersetzt bedeutet: "Die Vergangenheit ist nichts, die Zukunft ungewiss, die Gegenwart unbeständig. Verschwende nicht deine Zeit". Eine Sonnenuhr zeigt mit Hilfe des Sonnenstands am Himmel die Tageszeit an. Als Zeiger dient meistens der linienförmige Schatten eines Stabes. Der Stabschatten dreht sich während des Tages auf dem mit Tagesstunden skalierten Zifferblatt. Die Vielfalt ausgeführter Sonnenuhren beruht in erster Linie auf unterschiedlicher Form und Ausrichtung des Zifferblatts. Sonnenuhren sind seit der Antike in Gebrauch und waren noch am Beginn des 19. Jahrhunderts meistens gemeint, wenn von Uhren gesprochen wurde. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts dienten sie noch in der Beschränkung auf die Anzeige der Mittagsstunde. Diese Sonnenuhr habe ich während meines Besuchs in Groningen (Niederlande) mit meiner Frau im Juni 2017 im Prinsenhofgarten entdeckt.

Urania Volkssternwarte in Zürich

Die Stadt Zürich besitzt auch eine alte Sternwarte im Stadtzentrum, die Urania Volssternwarte genannt wird. Aufgrund der Stadtnähe ist hier natürlich heute keine ernsthafte Beobachtung mehr möglich, aber es gibt jeden Donnerstag bis Samstag innerhalb der Woche Führungen des Urania-Vereins, der die Sternwarte betreut. Die Volkssternwarte hat sich zum Ziel gesetzt dem interessierten Laien die Kenntnisse der Astronomie näher zu bringen und ihm die Möglichkeit zu bieten, selbst durch ein Fernrohr zu blicken. Damit ähnelt sie der AVL in ihrer Ausrichtung. Das Herz der Sternwarte bildet der Refraktor im Kuppelraum des Turms. Das 12 Tonnen schwere Teleskop ist ein farbkorrigiertes Fraunhofer 2-Linsen-System von 30 cm Durchmesser und einer Brennweite von 5 m. Es wurde 1907 von Carl Zeiss Jena entwickelt und ermöglicht eine bis zu 600fache Vergrößerung. Im Mai 2017, als ich mit meiner Frau die Sternwarte besuchen wollten, stand Jupiter mit seinen Monden auf dem Programm, was auch in einer Stadtsternwarte trotz Lichtverschmutzung noch möglich ist und bei der vorhandenen Brennweite ein ordentliches Gesichtsfeld bietet. Also war der Plan dort auch abends am Himmelfahrtstag um 21 Uhr vorbeizuschauen. Leider fiel dies ins Wasser, da dieser Tag auch in der Schweiz als Feiertag gilt. Es war trotzdem imposant sie wenigstens von außen betrachten zu können.

Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich

Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich wurde 1855 gegründet und gehört zu den besten 10 Universitäten der Welt. Sie soll die beste technische Hochschule Europas sein und hat 21 Nobelpreisträger in ihrer langen Geschichte hervorgebracht. So hat auch Albert Einstein in der ETH Zürich studiert (1896-1900). Allerdings vermisste er damals das tiefere Studium der Teilchenphysik, weshalb er oftmals die Vorlesung schwänzte und sich selbst in der Bibliothek weitere Kenntnisse beibrachte. Dies war ein Grund, warum er im Anschluss nicht sofort in die akademische Laufbahn wechselte, da die Professoren von ihm zuerst nicht angetan waren. Das änderte sich 1905 nach seinen bahnbrechenden Veröffentlichungen, so dass er später in den Jahren 1912-1914 an der ETH als Ordinarius für theoretische Physik angestellt wurde. Aufgrund seiner weltweiten Berühmtheit wurde er aber auch von anderen Fakultäten umworben, weshalb er in Zürich nur relativ kurz blieb. Die Fassade des Gebäudes wurde von Gottfried Semper erbaut, der auch die gleichnamige Oper in Dresden gestaltete. Benachbart liegt auch die Universität Zürich, die ebenfalls einen sehr schönen Baustil besitzt und 1908 von der ETH getrennt wurde. Beide Gebäudeanlagen liegen über der Altstadt von Zürich. Ich besuchte im Rahmen der geplanten AVL-Vereinsreise von 2017 mit meiner Frau die ETH Zürich, die aber leider am Himmelfahrtstag geschlossen hatte.

Zytglogge in Bern

Die Zytglogge in Bern befindet sich ebenfalls in der Kramgasse. Sie ist nicht weit Einstein-Haus entfernt und kann von dort aus sehr gut eingesehen werden. Aus diesem Grund nehmen die Berner gerne an, dass sich Einstein durch die Zytglogge inspiriert ließ, als er über die Zeit und seine spezielle Relativitätstheorie nachdachte. Die Uhr, die heute das Wahrzeichen der Stadt darstellt, wurde um 1530 von dem Waffenschmied Kaspar Brunner erbaut und zeigt auch astronomische Ereignisse durch die Astrolabiumsuhr (siehe großes Bild) an. Es gilt hier noch das geozentrische Weltbild, da alle Gestirne des Himmels um die Erde kreisen. Die drehenden Teile bilden den täglichen scheinbaren Umlauf der Sterne, der Sonne und des Mondes ab. Auf dem exzentrischen Ring sind die Tierkreiszeichen zu erkennen. Dieser Ring dreht sich täglich ein bisschen schneller, als der Sonnenstundenzeiger, da ein Sterntag aus ca. 23 Stunden und 56 Minuten besteht. Durch diesen Unterschied gleitet das Sonnensymbol, welches den Lauf der Sonne über dem Horizont anzeigt, einmal im Jahr um den Tierkreis herum. Da der Sonnenstundenzeiger radial verschoben wird, bewegt sich das Sonnensymbol im Sommer auf einem hohen und im Winter auf einen tiefen Tagesbogen. Zusätzlich werden ungleich lange temporale Stunden angezeigt. Auf einem weiteren Zeiger befindet sich die Mondkugel. Dieser Zeiger bleibt täglich ca. 48 Minuten hinter dem Sonnenzeiger zurück, wodurch er die Sonne nach ungefähr 29,5 Tagen einholt. Die Mondkugel dreht sich zusätzlich um ihren Zeigerstab, so dass sogar Neu-, Halb- und Vollmond-Phasen angezeigt werden können. Die Mondkugel wird durch den Ekliptik-Kreis ebenfalls auf ihrem Zeiger verschoben, so dass auch die hohe Mondbahn im Winter und die tiefe Mondbahn im Sommer nachgebildet werden kann. Die Astrolabiumsuhr zeigt ebenfalls die Wochentage an. Sie stellt daher ein für die damalige Zeit recht genaues astronomisches Instrument dar, welches den sich drehenden Himmel sehr gut nachbilden konnte. Hier wurde mechanisch ein exaktes Uhrwerk aufgebaut und das zu einer Zeit, als man noch glaubte die Erde wäre eine Scheibe - sehr beeindruckend!

Einstein-Haus in Bern

Das Einstein-Haus in Bern befindet sich in der Kramgasse 49 und beherbergt heute ein Museum zum Leben und Wirken von Albert Einstein. Der zweite Stock des Hauses ist dabei im Originalzustand erhalten geblieben. Hier wohnte er von 1903 bis 1905 mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen, als er beim Schweizer Patentamt arbeitete. Im dritten Stock ist eine Ausstellung enthalten, die sein Schaffen in Bern und darüber hinaus bis in die 1920er Jahre zeigt. Ein Videofilm verdeutlicht die wesentlichen Stationen seines Lebens von der Geburt bis zum Tod in drei verschiedenen Sprachen. Ein wirklich lohnender Besuch, wenn man sich gerne mit Einstein beschäftigt und an seinem Wirken interessiert ist. Führungen können im Vorfeld auch abgemacht werden, sogar mit unterschiedlichen Schwerpunkten (wissenschaftliche Laufbahn oder sein Privatleben). Im Erdgeschoss ist zudem ein Café vorhanden, welches zum längeren Verweilen einlädt. Im Jahre 1905 veröffentlichte Einstein seine spezielle Relativitätstheorie mit drei weiteren wichtigen Schriften. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde er als Physiker anerkannt und erhielt 1909 einen Ruf an die Züricher Universität. Seine erste Vorlesung hielt er im Übrigen vor nur drei Studenten. Bern war daher ein entscheidender Wendepunkt in seinem Leben. Wir besuchten im Rahmen der geplanten AVL-Vereinsreise im Mai 2017 auf dem Weg von Genf nach Zürich das Einstein-Haus in Bern als Zwischenstopp.

Large Hadron Collider (LHC)

Der Large Hadron Collider (LHC) besteht aus einem 27 km langen Ringtunnel, um die Teilchen auf die Endenergie von 2,76 TeV zu bringen. Die Protonen werden in den Stahlröhren dabei zu Paketen gebündelt, um sie gezielt zur Kollision bringen zu können. Der LHC, der in einer Tiefe von 100 m durch den Berg auf französischer und Schweizer Seite führt, enthält insgesamt 9.300 Magnete. Diese gehen in Abständen kaputt, können aber nicht während des laufenden Betriebs ausgetauscht werden. Da die Abschaltung der Kühlung, die durch flüssiges Helium den Wert von 1,9 Kelvin (-271,25 Grad Celsius) erreicht, langsam in verschiedenen Schritten durchgeführt werden muss, dauert eine Gesamtabschaltung ca. 18 Monate. Daher muss der LHC alle 3-5 Jahre komplett heruntergefahren und gewartet werden. Wir besichtigten im CERN zwei Stationen: den CERN Control Center (CCC) und das Cryogenic Test Facility (CTF). Beim CTF wurden wir von Professor Madjid Boutemeur geführt, einem CERN-Wissenschaftler, der uns den LHC-Aufbau eingehend erläuterte und weitere Testanlagen in der Halle beschrieb. Ein direktes Besichtigen der LHC-Röhre ist leider nicht möglich, da durch die Kühlung mit flüssigem Helium das Risiko zu hoch und aufwendig wäre. Wir waren aber trotzdem beeindruckt und konnten den Aufbau in der Ausstellung beim Besucherzentrum auch noch einmal im Detail nachvollziehen.

CERN in Genf (Schweiz)

Das CERN ist die Europäischen Organisation für Kernforschung mit Sitz in Genf (Schweiz). Es ist eine Großforschungseinrichtung in der Grundlagenforschung vom Aufbau der Materie, die mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger betrieben wird. Der größte Teilchenbeschleuniger ist momentan der Large Hadron Collider (LHC), der im Jahr 2008 den Betrieb aufnahm und 27 km lang ist. Das Akronym CERN leitet sich vom französischen Namen des Rates ab. Derzeit besitzt das CERN 22 Mitgliedsstaaten. Mit 3.200 Mitarbeitern und über 10.000 Gastwissenschaftlern ist es das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Es wurde 1954 durch 12 europäische Mitgliedsstaaten gegründet. Inzwischen überlegt man auch außereuropäische Länder (z.B. Rußland) mit einzubeziehen. Das Bild links zeigt den Globus der Wissenschaft und Innovation, der beim Haupteingang vom CERN sehr gut zu erkennen ist. Es kann als Erweiterung des Besucherzentrums angesehen werden und beherbergt die sehr beeindruckende multimediale Dauerausstellung "Ein Universum der Teilchen" (großes Bild, mit Darstellung einer Teilchenkollision). Der Besucher begibt sich dabei auf eine Reise vom unendlich Kleinen bis zum unendlich Großen, also vom Urknall bis hin zum heutigen Tag der Entstehung des Universums. Die Besucher bewegen sich zwischen leuchtenden Kugeln, die zusammen das Universum der Teilchen repräsentieren. Im Vordergrund des Kugelgebäudes ist eine stahlförmige Pergamentrolle zu erkennen, auf der die unterschiedlichen Erfolge des CERN (z.B. das Higgs-Boson) abgebildet sind. Die Reise zum CERN war ursprünglich als AVL-Vereinsreise im Mai 2017 geplant gewesen, wurde dann aber nur von mir und meiner Frau wahrgenommen. Ein trotzdem sehr beeindruckendes Erlebnis.

Sonnenfinsternis auf La Réunion (Frankreich)

Am 01. September 2016 fand auf La Réunion, einer französischen Insel im indischen Ozean, - eingebettet neben Madagaskar und Mauritius - eine ringförmige Sonnenfinsternis statt. Ich war mal wieder mit Alexander Alin unterwegs, um diesem Ereignis beizuwohnen. Auf der Insel wurde in dem Ort Saint Denis auf einem Fußballfeld alles für die SoFi vorbereitet. Nur mit Ticket kam man durch die polizeilichen Absperrungen, da im Vorfeld Eintrittskarten für die Zuschauer und Hobbyastronomen vergeben wurden. Vor Ort war alles vorbildlich organisiert: ca. 4.000 Zuschauer waren auf dem Fußballfeld untergebracht, auf dem diverse Buden für die Verpflegung/Unterhaltung sorgten. Dort wurden sie von dem ortsansässigen Astronomie-Verein beraten, konnten durch diverse Teleskope die Sonne sicher beobachten oder auf einer Großleinwand das Ereignis mitverfolgen. Die 250 Hobbyastronomen hatte man dahinter positioniert. Wir waren dabei durch eine Absperrung von der Menschenmenge getrennt, so dass wir in Ruhe unsere Vorbereitungen und Beobachtungen durchführen konnten. Die SoFi war ein Großereignis des Ortes, da sogar der Bürgermeister anwesend war sowie ein lokaler Fernseh- (Antenne) und Radiosender (RTL), die auch Interviews bei den Hobbyastronomen durchführten. Abends wurde das Ereignis dann in einer 30 min dauernden Sondersendung ausgestrahlt. Auf der Großleinwand konnte die SoFi die ganze Zeit über live mitverfolgt werden. Dabei wurde der ganze Vorgang einer Sonnenfinsternis kommentiert und den Zuschauern erläutert. Wir standen mit Sternfreunden aus Limburg auf dem Platz der Hobbyastronomen und konnten die SoFi ohne wetterbedingte Zwischenfälle komplett beobachten. Rund um uns herum hatten sich zwar Wolkentürme aufgebaut und die Berge waren zugezogen, aber der Platz war anscheinend von den Veranstaltern vorzüglich ausgesucht worden, da die Sonne bis auf eine kleine Phase immer ohne Wolken blieb. So konnten wir die SoFi in vollen Zügen genießen, obwohl wir uns nur wenig von unserem Equipment fortbewegen konnten, da immer wieder Sturmböen aufkamen.

Heisenberg-Gedenkstein auf Helgoland

Der Physiker Werner Karl Heisenberg war einer der bedeutestenden Physiker des 20. Jahrhunderts. Er gab 1925 die erste mathematische Formulierung der Quantenmechanik an und formulierte 1927 die nach ihm benannte Heisenbergsche Unschärferelation, die eine der fundamentalen Aussagen der Quantenmechanik trifft. Er entdeckte, dass bestimmte Messgrößen eines Teilchens, wie z.B. der Ort und der Impuls, nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmbar sind. Für die Begründung der Quantenmechanik wurde er 1932 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Mit nur 26 Jahren wurde er als Professor an die Universität Leipzig berufen, die er zusammen mit Friedrich Hund zu einem Zentrum der theoretischen Physik machte. Auf Helgoland steht ein Gedenkstein für ihn, da er im Juni 1925 dort entscheidende Fortschritte in der Aufstellung der Quantenmechanik machte. Er war wegen starkem Heuschnupfen auf der Nordseeinsel im Urlaub, da dort keinerlei Pollen in der Luft vorhanden sind. Der Gedenkstein wurde im Jahr 2000 im Oberland vom Max-Planck-Institut für Physik (Werner-Heisenberg-Institut) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft aufgestellt. Ich war im August 2016 auf der Insel Helgoland für ein verlängertes Wochenende.

Gran Telescopio Canarias

Natürlich sollte man bei einem Besuch von La Palma auf jeden Fall als Astronomie-Fan den Roque de los Muchachos besuchen, der diverse Obervatorien beheimatet. Der Berg ist mit 2.426 Metern die höchste Erhebung der Kanareninsel La Palma und liegt immer oberhalb der Wolkendecke. Der Berg gehört zum Parque Nacional de la Caldera de Taburiente und bildet den nordwestlichen Rand der Caldera. Hinauffahren kann man ohne Genehmigung, aber Führungen müssen vorher über das Internet durch das Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) rechtzeitig ein paar Wochen vorher angemeldet werden. Klappt dies, erhält man eine interessante und aufschlussreiche Führung des Geländes und eines Observatoriums. Ich habe im Juli 2016 das Gran Telescopio Canarias (GTC) besichtigen dürfen, welches aktuell das weltweit größte Spiegelteleskop mit einem Spiegel-Durchmesser von 10,4 Metern, das aus 36 sechseckigen Elementen zusammengesetzt ist, beherbergt. Das GTC besitzt eine aktive Optik, so dass das Seeing kontinuierlich ausgeglichen werden kann. Das Teleskop hat den Betrieb im Jahr 2007 aufgenommen und insgesamt 130 Mio. Euro gekostet. Das GTC ist Teil des Roque-de-los-Muchachos-Observatoriums (ORM). Zusammen mit dem Teide-Obervatorium auf Teneriffa bildet das ORM das European Northern Observatory (ENO).

Wegweiser Polaris und Planetenweg

Am Hotel Sol La Palma gibt es auch direkt einen astronomischen Beobachtungspunkt, der mit einem Wegweiser zum Polarstern, einer drehbaren Sternenkarte und einer Bedienungsanleitung ausgerüstet ist. Dort erfahren auch unbedarfte Besucher wo der Polarstern zu finden ist und der Große Wagen bzw. Kleine Wagen am Himmel auszumachen sind. Eine Beschreibung in verschiedenen Sprachen erleichtert die Nutzung der Sternenkarte, die drehbar vorhanden ist und den Sternenhimmel zur jeweiligen Jahreszeit zeigt. Außerdem endet ein Planetenweg an dem Hotel, der die Planeten auf Messingplatten im Boden beschreibt. Es gibt auf La Palma ein Netz von 16 solcher Aussichtsplätze, die jeder mit einer eigenen Thematik verknüpft sind. Sie liegen dabei nicht unbedingt in dunklen Gebieten, aber in der jeweiligen Nähe lässt sich immer mal was finden, wo man ungestört beobachten kann. So wurde von mir auch noch ein anderer Aussichtspunkt an einem einsamen Strand aufgesucht, der etwas trickreich aufzufinden war, dafür aber eine exzellente Sicht auf den Himmel bot. Dort konnte die Milchstraße vom Skorpion bis zu Kassiopeia wolkenförmig mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. Dies habe ich bisher nur zweimal erleben dürfen.

Hotelsternwarte des Hotels Sol La Palma

Das Hotel Sol La Palma liegt in Puerto Naos auf La Palma und bietet eine eigene Sternwarte zur Beobachtung des Sternenhimmels an. Da es eine Verordnung zur Lichtverschmutzung auf der Insel gibt, stört auch der nahe gelene Ort nicht. Im April 2007 wurde die "Starlight"-Erklärung unterzeichnet, die das Recht auf einen nicht lichtversuchten Himmel sowie das ungetrübte Betrachten des Firmaments enthält und dies als Menschenrecht bezeichnet. Es wird daher sehr viel mit Gelblicht gearbeitet und die Straßenlaternen schalten ab einer bestimmten Zeit von weiß auf gelb um. Die Sternwarte selbst enthält einen LX200 ACF Schmidt-Cassegrain-Teleskop von Meade mit einer entsprechenden Goto-Ausrüstung. An dem Teleskop werden zweimal die Woche Sternenbilder, Planeten, Mond und manchmal auch Nebel gezeigt. Die Termine müssen erfragt werden und sind nicht immer fest. Zusätzlich hängt dies natürlich auch von der Jahreszeit und dem Wetter ab. Als ich im Juli 2016 das Hotel besucht habe, war leider das Teleskop defekt. Es konnte mir niemand sagen, wann eine Reparatur möglich ist, da man bereits seit über einen Monat auf Ersatz wartete. Daher konnte ich leider die Sternwarte selbst nicht ausnutzen und auch nichts zum Öffnungsverhältnis sagen. Es ist trotzdem schön, dass so Gästen versucht wird den Sternenhimmel entsprechend näherzubringen.

Sternwarte Gudensberg

Die Schulsternwarte Gudensberg ist eine Schülerbildungsstätte und Volkssternwarte in der Kleinstadt Gudensberg, 20 km von Kassel entfernt. Im Rahmen der Planetentagung 2016 von der Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) wurde die Sternwarte besichtigt und die Sonne an einem Nachmittag im H-Alpha- sowie Weißlicht betrachtet. Es sind mehrere Fernrohre im Einsatz, u.a. auch die beiden Schmidt-Cassegrain-Teleskop C11 und C14 von Celestron, die auf einer Sideres-85-Montierung angebracht sind (siehe Bild). Zusätzlich erkennt man ein 60/500mm Lunt-H-Alpha Pressure-Tuning-Teleskop. Im zweiten Beobachterraum wird die gleiche Montierung mit einem Skywatcher 300/1500mm Newton-Teleskop zur Verfügung gestellt. Das Dach der Sternwarte kann komplett abgefahren werden. Der Beobachtungsschwerpunkt wird, auch aufgrund der zunehmenden Lichtverschmutzung durch den Ort, auf Planeten, Mond und Sonne gelegt. Bildbeispiele sind auf der Internetseite zu finden. Ich war im Mai 2016 durch die VdS-Tagung vor Ort und konnte mir einen tollen Eindruck über das H-Alpha-Equipment verschaffen.

Einstein-Gedenktafel auf Malta

In Valletta, der Hauptstadt von Malta, kann man die folgende Gedenktafel von Albert Einstein besichtigen. Sie befindet sich in den Upper Barrakka Gardens von Valletta und wurde 1988 von dem damaligen Präsidenten Paul Xuereb enthüllt. Die Gedenktafel soll an die Leistungen von Albert Einstein erinnern, speziell an seinen Nobelpreis für Physik, den er 1922 für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts erhielt (und nicht etwa für seine allgemeine und spezielle Relativitätstheorie). Albert Einstein gilt als einer der bedeutensten Physiker aller Zeiten. Seine Forschungen zur Struktur von Materie, Raum und Zeit sowie dem Wesen der Gravitation veränderten maßgeblich das physikalische Weltbild. Einsteins Hauptarbeit war die Relativitätstheorie, die ihn weltberühmt machte. Er veröffentlichte zuerst die spezielle Relativitätstheorie im Jahre 1905, um zehn Jahre später die allgemeine Relativitätstheorie folgen zu lassen. Auch zur Quantenphysik leistete er wesentliche Beiträge. Bei der Entwicklung und dem Bau der Atombombe war er allerdings nicht beteiligt, auch wenn dieser Irrtum weit verbreitet ist. Warum speziell diese Gedenktafel auf Malta zu finden ist, konnte bei meinem Aufenthalt im Mai 2016 nicht ermittelt werden. Die Upper Barrakka Gardens sind ein öffentlicher Garten in Valletta und ermöglichen ein schönen Panoramablick über den Hafen (Grand Harbour). Im Garten ist die St. Peter & Paul Bastion von 1560 enthalten, die Salut-Kanonen beinhalten, die auch regelmäßig genutzt werden. Der Garten diente früher den Rittern des Sankt-John-Ordens zur Entspannung. Er enthält diverse Gedenktafeln prominenter Leute (u.a. auch Sir Winston Churchill) und kann auch über einen externen Lift erreicht werden.

Dunsink Observatory in Dublin

Die älteste wissenschaftliche Institution in Irland ist das Dunsink Observatory, welches 1785 ca. 8 km vom Dubliner Stadtzentrum eröffnet wurde. Es war dem Trinity College in Dublin angegliedert und stand bis 1922 unter der Leitung der "Royal Astronomer" von Irland. Das Observatorium besteht aus zwei Kuppeln. Im South Dome (kleines Bild), das sich außerhalb des Hauptgebäudes befindet, ist ein 30 cm Refraktor untergebracht, der auch an zwei Mittwochabenden im Monat für die Öffentlichkeit freigegeben wird. Sir James South stiftete 1862 die achromatische Linse, weshalb der Dome nach ihm benannt ist. Der bekannteste Astronom der Einrichtung war William R. Hamilton, der auf dem Fußmarsch zum Observatorium im Jahre 1843 die Quaternionen (ein Zahlbereich, der den Zahlbereich der reellen Zahlen erweitert) entdeckte. Heute dient die Einrichtung natürlich nur noch zu Besucherzwecken, da auch hier die Lichtverschmutzung zugeschlagen hat. Allerdings ist das Observatorium nicht einfach zu finden, wie ich 2008 bereits auf einer AVL-Vereinsreise feststellen durfte. Damals schafften wir es nicht zu einem Beobachungsabend zu gelangen, da es einfach keine Hinweisschilder dort gibt. Erst direkt vor dem Observatorium existiert ein solches, wenn man sowieso bereits weiß, wo man sich befindet. Auch der Bekanntheitsgrad in der näheren Umgebung hält sich in Grenzen, weshalb die Besucherabende wohl eher etwas für "Insider" seien dürften. Ich war im Oktober 2015 im Rahmen meines Dublin-Besuchs dort, wobei ich keine Öffnungszeit erwischte.

Trinity College von Dublin

Das Trinity College wurde 1592 von der Königin Elisabeth I. gegründet. Die Gebäude dienten vorher einem Augustinerkloster, weshalb einige Teile älteren Ursprungs sind. Die Hauptattraktion ist die Alte Bibliothek, die 1732 gebaut wurde und u.a. das "Book of Kells" enthält. Dieses Buch gehört seit 2011 zum Weltdokumentenerbe und wurde wahrscheinlich im Kloster Iona vor der schottischen Westküste um 800 n.Chr. hergestellt und durch die Überfälle der Wikinger nach Irland gebracht. Es enthält die vier Evangelien und diverse ganzseitige Abbildungen von Christus, Maria mit Kind und den Evangelisten. Es wird im Eingangsbereich der Bibliothek ausführlich dargestellt und kann dort besichtigt werden. Am schönsten ist jedoch meiner Meinung nach der "Long Room" der Bibliothek, der fast 65 m Länge besitzt und in dem ca. 200.000 alte Schriften und Bücher aufbewahrt werden. Hier sind auch diverse Gelehrtenbüsten von Männern vor den Bücherregalen ausgestellt, die wegen ihrer Gelehrsamkeit hochangesehen sind. Darunter auch der hier abgebildete Sir Isaac Newton, der mit seinem Gravitationsgesetz die universelle Gravitation beschrieb und die Bewegungsgesetze formulierte. Damit legte er den Grundstein für die klassische Mechanik. Aufgrund seiner Leistungen auf den Gebieten der Physik und Mathematik gilt er als einer der bedeutendste Wissenschaftler aller Zeiten. Sein Werk "Principia Mathematica" wird dementsprechend als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Werke eingestuft. Ich war im Oktober 2015 in Dublin, um die Stadt zu besichtigen, weshalb ich auch dem dortigen College einen Besuch abstattete.

St. Andreasbergsternwarte im Harz

Die Sternwarte Sankt Andreasberg wurde im Jahre 2008 gegründet und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das liegt zum einen daran, dass dort die höchst gelegene Sternwarte Norddeutschlands entstanden ist, die mitten im Nationalpark Harz liegt und laut dem Bundesamt für Naturschutz zu den dunkelsten Regionen Deutschlands zählt. Zum anderen hat man das Konzept einer vollständig barrierefreien Sternwarte realisiert, die unmittelbar am Internationalen Haus Sonnenberg liegt. So können alle Interessierte den Himmel auf ihre Art beobachten und direkt dort übernachten. Eigene Messungen belegen, dass es sich wohl um den sechstbesten Himmel in Deutschland handelt, was die AVL wohl bestätigen kann, da wir auf der Vereinsreise 2015 den Himmel in einer klaren Nacht ausgiebig beobachten konnten. Die Milchstraße war wolkenartig auszumachen, so dass ein Vergleich mit den dunkelsten Orten der Welt angebracht war. Nur der Himmel am Grand Canyon und komischerweise auf Mallorca waren nach meiner eigenen Erfahrung dunkler. Am Vorabend stellte uns der erste Vorsitzende Utz Schmidtko die Sternwarte vor, die man unbedingt weiterempfehlen kann. Eigene Säulen gestatten dem Hobbyastronomen eigene Montierungen und Gerätschaften dort selbst zu betreiben. Eine eigene Kuppel mit fest verbautem Teleskop ist hingegen noch in Planung.

Gruppenfoto im Max Planck Institut mit Kometen

Ein Gruppenfoto der AVL-Teilnehmer von der Harz-Reise vor der Kometennachbildung 67P/Churyumov-Gerasimenko, auf dem die Landeeinheit Philae der Rosetta-Mission sich derzeit befindet. Die Nachbildung befindet sich im Max Planck Institut (MPI) für Sonnensystemforschung in Göttingen in der Eingangshalle. Die Gestalt des Kometen hatte den Wissenschaftlern im Jahre 2014 noch erhebliche Kopfschmerzen bereitet, da man einen perfekten Landeort für den Lander Philae nicht so einfach ausmachen konnte. Als man schließlich einen Landeort festlegte, gelang dieses Manöver zwar punktgenau, aber da die Landeharpunen nicht auslösten und die Bohrer sich nicht in den Untergrund bohren konnten, prallte Philae erst wieder ab, bis er sich nach verschiedenen Aufschlägen wieder fing und an einer ungünstigen Stelle, mit nur begrenzter Sonneneinstrahlung, liegen blieb. Auch dieses wird an diesem Modell eindrucksvoll Maßstabsgetreu dargestellt.

Max Planck Institut in Göttingen

Das Max Planck Institut (MPI) für Sonnensystemforschung in Göttingen beschäftigt sich wieder der Name schon sagt vornehmlich mit unserem Sonnensystem. Dabei steht die Sonne, die Planeten und alle Monde unseres Sonnensystems im Vordergrund. Kometen und Asteroiden gehören ebenfalls zu den zu untersuchenden Objekten. Ziel ist es, zum einen die Vorgänge im Sonnensystem zu untersuchen und in theoretischen Modellen zu beschreiben. Dazu werden diese Vorgänge auch in Computern simuliert. Zum anderen werden aber auch wissenschaftliche Instrumente gebaut, die spezielle Körper aus dem Weltall untersuchen. Daher ist man auch an der ESA-Mission Rosetta beteiligt, die sich auf dem Weg gemacht hatte, um im Juli 2014 auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zum ersten Mal zu landen. Ich war im Rahmen einer AVL-Vereinsreise im Oktober 2015 im Harz, bei der wir auch das MPI mit seinen Laborräumen besucht haben. Das Institut enthält drei Fachabteilungen, von denen zwei im Hintergrund dieses Bildes abgebildet wurden: Planeten und Kometen, Sonne und Heliosphäre sowie das Innere der Sonne und Sterne. Außerdem ist die Sonde Rosetta hier zu erkennen, die im verkleinerten Maßstab an der Hallendecke angebracht ist. Ein 1:1-Modell befindet sich draußen vor dem Institut.

Warschau-Observatorium

Das Warschauer Observatorium wurde 1825 gegründet und hat in seiner fast zweihundert Jahre alten Geschichte stets in der Wissenschaft und der Ausbildung gearbeitet. Das Institut ist im abgebildeten historischen Gebäude innerhalb des Lazienki-Gartens nahe des Stadtzentrums untergebracht. Aufgrund der Lichtverschmutzung findet hier natürlich keine wissenschaftliche Beobachtung mehr statt, aber leider auch keine öffentlichen Führungen (jedenfalls nicht ohne Absprache). Daher habe ich mir das Gebäude auch nur von außen angesehen, als ich auf einer Fachkonferenz im September 2015 in Warschau zu Gast war. Das Observatorium beinhaltet ein kleines Institut, welches aus ca. 17 Astronomen besteht, die regelmäßig in Polen für ihre Arbeiten ausgezeichnet werden. Zwei Stationen werden von dem Observatorium zu wissenschaftlichen Zwecken heute genutzt: eines nahe Warschau in Ostrowik und eines in Las Campanas in Chile, da man nahe des Stadtzentrums keine Beobachtungen mehr vornehmen kann. Vorlesungen und Workshops findet dort für Studenten aber immer noch statt.

Beijing-Observatorium

Am ersten Juli 2015 besuchte ich im Rahmen einer chinesischen Konferenz das alte Observatorium in Beijing. Es wurde bereits im Jahr 1442 in der Zeit der Ming-Dynastie gebaut - also lange, bevor es Teleskope gab. Es diente der Positionsbestimmung der Gestirne und zur Verbesserung der Positionsberechnungen für Sonne, Mond und Planeten. Um den chinesischen Kalender, der sich an den realen Positionen von Sonne und Mond orientierte, genauer zu bestimmen, wurde das Observatorium u.a. gegründet. Es ist heute das älteste erhaltene Observatorium der Welt. Die Beobachtungsplattform ist ein 10 m hoher Turm, auf dem verschiedene bronzene Instrumente stehen. Er war mal Teil der alten Stadtmauer von Beijing (Peking) und diente damals auch als Gnomon (astronomisches Instrument Schattenzeiger der Antike). Auf dem kleinen Bild ist die Armillarsphäre und der Himmelsglobus abgebildet. Die Armillarsphäre diente dazu die äquatorialen Koordinaten als auch die Auf- und Untergangszeiten von Himmelskörpern zu bestimmen. Der Himmelsglobus arbeitete als Sternenatlas und zum Ablesen von Positionen sowie Auf- und Untergangszeiten der Gestirne. Alle Instrumente der Plattform können auf der großen Aufnahme ausgemacht werden. Auf dem Gelände selber sind kleine Ausstellungen zu sehen und Replika älterer Instrumente. In der Ausstellung ist auch das Teleskop von Lord Rosse abgebildet worden, mit seiner Zeichnung von M51 (der Whirlpool-Galaxie). Er hatte zum ersten Mal Strukturen visuell ausmachen können, anstatt Nebelflecken zu beobachten.

Wilhelm-Foerster-Sternwarte

Die Wilhelm-Foerster-Sternwarte bietet sowohl Führungen unter echtem Sternenhimmel an, als auch Himmelserlebnisse über das vorhandene Großplanetarium. Sie ist eine der größten Volkssternwarten. Die denkmalgeschützte Anlage befindet sich auf dem Insulaner, einem Trümmerberg im Berliner Ortsteil Schöneberg. Sie beherbergt u.a. den Bamberg-Refraktor aus dem Jahre 1889 von der Firma Carl Bamberg in Friedenau. Mit seiner Öffnung von 314 mm und einer Brennweite von 5.000 mm war es zu dieser Zeit das größte Teleskop in Preußen. Das komplette Fernrohr mit seiner Montierung hat ein Gewicht von 4,5 t. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Instrument zunächst in der Papestraße aufgestellt, bevor es 1963 in der 11-Meter-Kuppel der Sternwarte auf dem Insulaner untergebracht wurde. Mit ihm wurden auch die Aufnahmen für den "Berliner Mond-Atlas" gewonnen. Die AVL- Reisegruppe durfte bei der Mitternachtsführung ab 23 Uhr durch den Refraktor den Saturn und den Kugelsternhaufen M13 betrachten. Beide Objekte wurden mit 280facher Vergrößerung dargestellt, was aufgrund der Luftunruhen die maximal mögliche Vergrößerung darstellt. Aufgrund der Licht- und Luftverschmutzung sind aber auch an anderen Tagen kaum andere Vergrößerungen einstellbar. Auf der Abbildung sind durch die Öffnung der Kuppel bereits Sterne zu erkennen, wenn man genau hinsieht.

Wilhelm-Foerster-Planetarium

Das Wilhelm-Foerster-Planetarium ist ein Großplanetarium mit 300 Sitzplätzen. Es liegt am Fuße des Insulaners, auf dessen Gipfel sich die Wilhelm-Foerster-Sternwarte (WFS) befindet. Beide Institutionen werden vom Verein Wilhelm-Foerster-Sternwarte e. V. mit Planetarium am Insulaner betrieben. Am 18. Juni 1965 wurde das Planetarium eröffnet. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 20 m. Der Projektor stammt ebenfalls aus dem Jahr 1965 und ist vom Typ Zeiss Vb. Damit können 4.000 Sterne künstlich an die Decke des Planetariums projiziert werden. Rund herum ist aus Aluminium das Panorama von Berlin angedeutet, so dass dem Besucher ein realistischer Eindruck entsteht. Neben der Möglichkeit, den Sternenhimmel mit unterschiedlicher Lichtverschmutzung zu zeigen, und dies an jedem beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Zeit, sorgen Projektoren dafür, dass Wolken eingeblendet werden, Landschaften und Panoramen gezeigt werden und Sternschnuppen zu sehen sind. Durch die Laserprojektoren können Lichteffekte dargestellt werden, die (bei Nebel) in der Kuppel und (auch ohne Nebel) an der Wand der Kuppel erkennbar sind. Daneben gehören Dia- und Videoprojektoren zur Einrichtung. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Musik- und Toneffekte in das Programm einzubringen. Im Jahr 2010 wurde eine Fulldome-Projektion eingebaut. Dadurch war es uns z.B. möglich in den Rosettennebel komplett einzudringen. Ich habe im Juli 2014 die Planetariumsshow "Flieg mich zum Mond" angesehen, die unterschiedlichste Effekte beinhalte (u.a. auch die Sicht aus der ISS auf die Erde).

Archenhold-Sternwarte

Die Sternwarte Archenhold befindet sich im Treptower Park im Berliner Ortsteil Alt-Treptow. Sie beherbergt den "Großen Refraktor", das längste bewegliche Fernrohr der Welt. Die Sternwarte entstand aus einer vorübergehenden Installation zur Gewerbeausstellung 1896 in Berlin. Friedrich Simon Archenhold war ein Astronom, der am 27. Oktober 1891 einen ausgedehnten Nebel im Sternbild Perseus (den Perseus-Nebel) mit Hilfe der Fotografie entdeckte. Allerdings misstraute man der noch neuen Möglichkeit der Fotografie, weshalb zur endgültigen Entdeckung auch ein visueller Nachweis erbracht werden musste. Aus diesem Grund plante Archenhold ein Riesenteleskop und versuchte dieses Ziel mit Hilfe von Spendengeldern zu erreichen. Die geplante Gewerbeausstellung ermöglichte ihm dann die Erfüllung seines Traumes. Das Fernrohr besitzt eine Öffnungsweite von 68 cm mit einer Brennweite von 21 m. Das bewegliche Gesamtgewicht beträgt 130 t. Da niemand Archenhold im Treptower Park für Forschung bezahlte, machte er aus der Not eine Tugend und betrieb das Institut als Volkssternwarte, die heute die älteste und größte in Deutschland ist. Archenhold konnte zahlreiche bekannte Wissenschaftler und Forscher zu Vorträgen in der Sternwarte gewinnen (u.a. am 02. Juni 1915 den ersten öffentlichen Vortrag Albert Einsteins zur Relativitätstheorie). Ich besuchte die Archenholder Sternwarte im Rahmen der Berlinreise, die ich mit der AVL im Juli 2014 unternommen habe. Durchsehen konnten wir leider nicht durch den Riesenrefraktor. Ermöglicht wird dies aber mit einem historischen Okular, welches 200fach vergrößern kann. Da keine neuwertigen Komponenten verwendet werden, sind keine anderen Vergrößerungen einstellbar. Ein großer Vorteil bei der Beobachtung ist, dass das Okular immer an der gleichen Stelle haften bleibt, bei aktiver Nachführung, da der Beobachtungspunkt der zentrale Schwerpunkt des Teleskops ist.

Rosetta beim DLR

Die Raumsonde Rosetta hat die AVL-Reisegruppe in Berlin beim DLR genauer kennengelernt. Diese Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA soll die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforschen, indem sie einen der ältesten und ursprünglichsten Himmelskörper, einen Kometen (67P/Tschurjumow-Gerasimenko), untersucht. Die Mission besteht aus einem Orbiter und der Landeeinheit Philae. Die Abbildung zeigt die Landeeinheit, die sich an der Oberfläche des Kometen regelrecht festbohrt, um nicht wieder abgestoßen zu werden. Das DLR hatte wesentliche Anteile beim Bau des Landers und betreibt das Lander-Kontrollzentrum, das die schwierige und bisher noch nie gewagte Landung auf dem Kometen vorbereitet und betreuen wird. Die Landung ist für den 11. November 2014 geplant. Die AVL-Reisegruppe konnte sich vor Ort von dem Status der Mission einen Überblick verschaffen und auch andere Eindrücke in das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) in Berlin gewinnen. So wurde auch der aktuelle Forschungsstand von Exoplaneten widergegeben, von denen bis Juli 2014 immerhin 1.800 Exemplare seit 1995 erkannt werden konnten. Zur Planetenentdeckung können der Doppler-Effekt, die Photometrie und die Astrometrie herangezogen werden. Erst durch die Kombination der Methodiken kann auf die Masse und die Zusammensetzung geschlossen werden. So erhofft man sich dem Ziel, eine zweite Erde zu entdecken, näher zu kommen.

Einsteinturm

Der Einsteinturm ist ein zwischen 1919 und 1922 erbautes Observatorium im "Wissenschaftspark Albert Einstein" auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Er ist ein für seine Entstehungszeit revolutionäres Bauwerk des Architekten Erich Mendelsohn. Es wurde nach dem Nobelpreisträger Albert Einstein für Physik des Jahres 1921 benannt. Hier sollte die Gültigkeit von Einsteins Relativitätstheorie experimentell bestätigt werden. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Hausherr und Betreiber des Turmteleskops ist das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). Einstein hatte im Jahre 1911 eine erst vorläufige Fassung seiner "Allgemeinen Relativitätstheorie" veröffentlicht. Einer der vorhergesagten Effekte in diesem Zusammenhang war die Rotverschiebung des Lichtes, eine geringfügige Verschiebung von Spektrallinien im Schwerefeld der Sonne. In erster Linie für die Überprüfung dieses Phänomens war das Sonnenobservatorium in Babelsberg erdacht und gebaut worden. Vorbild für die Anlage war das Mount-Wilson-Observatorium in Kalifornien, das weltweit erste Turmteleskop überhaupt. Bei Turmteleskopen lenkt ein Coelostat – ein System von zwei Umlenkspiegeln - an der Spitze einer senkrechten Konstruktion das Licht nach unten auf das Objektiv. Das eigentliche Linsensystem ist starr in die Konstruktion integriert, die Spiegel an seinem Kopfende sind beweglich. Nur diese kleineren, leichteren Teile des Instruments müssen also der Sonnenbahn nachgeführt werden. Der experimentelle Nachweis konnte allerdings erst in den 1950er Jahren erbracht werden, nachdem es gelungen war die komplexen Störungen der Sonnenatmosphäre genauer zu analysieren. Heute besitzt der Einsteinturm hauptsächlich für die Ausbildung von Studenten eine Bedeutung. Ich habe den Turm zusammen mit dem "Großen Refraktor" im Juli 2014 besichtigt.

AVL-Gruppenfoto mit Großem Refraktor

Gruppenaufnahme der mitgereisten AVL-Mitglieder vor dem "Großen Refraktor" auf dem Telegraphenberg, der deshalb seinen Namen trägt, weil er 1832 eine optische Telegraphenstation beherbergte. Dies war ein 6 m hoher Mast, der mittels Flügelpaaren Zeichenkombinationen weitergab. Friedrich Wilhelm III. ließ damals eine Preußische Staatstelegrammlinie zwischen Berlin und Koblenz errichten, um Nachrichten schnellstmöglichst austauschen zu können. Eine komplette Nachricht konnte so in ca. 10 min über die gesamte Entfernung übertragen werden, was damals einen enormen Vorteil bedeutet hat. Erst ab 1874 begann man mit dem Bau verschiedener wissenschaftlicher Obervatorien, so dass ein Wissenschaftspark entstand. Der "Große Refraktor" vor dem die AVL-Reisegruppe steht wurde 1899 in Betrieb genommen und entdeckte 1904 das diffuse interstellare Medium durch Johannes Franz Hartmann. Er konnte es durch stationäre Spektrallinien von Kalzium an spektoskopischen Doppelsternen nachweisen. Das gesamte Obervatorium ist im Übrigen ca. 400 t schwer. Wissenschaftlich wird heute auf dem Telegraphenberg hauptsächlich Magnetfeld- und Klimaforschung (u.a. vom Alfred-Wegener-Institut) betrieben und diese auch in Langzeitmessungen aufgenommen (pro Stunde).

Großer Refraktor am Telegraphenberg

Der große Refraktor des Telegraphenbergs des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) bei Berlin wurde 1899 fertiggestellt. Nachdem das Instrument und die Kuppel durch Luftangriffe im zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war, wurde im Jahre 1953 das Instrument wieder von Carl Zeiss Jena wiederhergestellt und modernisiert. Der Beobachtungsbetrieb wurde allerdings schon wieder 1968 eingestellt, da die Lichtverschmutzung keine wissenschaftliche Beobachtung mehr zuließ. 1997 wurde der Förderverein "Großer Refraktor Potsdam e.V." gegründet, um die denkmalgerechte Restaurierung zu ermöglichen. Im Jahre 2006 wurde der Refraktor feierlich neu eingeweiht, nachdem man ihn vier Jahre lang erneuert hatte. Ursprünglich eingeweiht wurde der "Große Refraktor" am 26. August 1899 in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. als Hauptteleskop des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam (AOP). Damals wie auch heute ist er das viertgrößte Linsenfernrohr der Welt, als fotografisch korrigierter Refraktor sogar das größte. Das Teleskop ist ein Doppelrefraktor, der zwei fest und parallel miteinander verbundene Fernrohre auf einer parallaktischen Montierung vereinigt. Er besteht aus einem fotografischen Fernrohr (Durchmesser: 80 cm, Brennweite: 12,2 m) und einem optischen Fernrohr (Durchmesser: 50 cm, Brennweite: 12,5 m) für unmittelbare Sternbeobachtungen. Erfolge verzeichnete der "Große Refraktor" insbesondere bei der Messung von Doppelsternen nach photometrischen Verfahren. Ich habe den Refraktor im Rahmen einer AVL-Vereinsreise im Juli 2014 in Potsdam besucht und bestaunt.

The Disk at the Stanford University

Das Radioteleskop der Stanford University in Palo Alto (Kalifornien) wird landläufig "The Dish" - die Schüssel - genannt. Es wurde 1966 Jahren vom Stanford Research Institute mit Geldern der amerikanischen Luftwaffe (Air Force) gebaut, um die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre zu erforschen. Die Kosten beliefen sich damals auf immerhin 4,5 Mio. Dollar. Später wurde das Radioteleskop genutzt, um mit Satelliten und Raumfähren zu kommunizieren. Mit den Voyager-Raumsonden wurde hierüber auch kommuniziert. Das wird aktuell sogar noch gemacht, obwohl sich die Voyager-Sonden bereits außerhalb unseres Sonnensystems befinden. Zusätzlich wird "The Dish" auch zur Neukalibrierung von Satelliten im Orbit sowie für akademische Arbeiten und Forschungsvorhaben verwendet. Das Radioteleskop sitzt unweit des Universitätscampus auf der Hügelkette Foothills, die durch einen schönen Rundweg zu Fuß erkundet werden kann. Oben auf dem Hügel kann man über die gesamte Bay Area sehen, was Silicon Valley sowie den Linearbeschleuniger Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) mit beinhaltet. Die Röhre des Beschleunigers ist drei Kilometer lang. Ein Teil kann ebenfalls oben von der Hügelkette am Horizont erkannt werden. Ich war im Mai 2014 an der Stanford University auf einer wissenschaftlichen Konferenz, so dass ich am letzten Tag diesen Anblick bei recht schönem Wetter genießen konnte.

Mercury-Raumkapsel in New York

Das Mercury-Programm war das erste bemannte Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten. Es dauerte von 1958 bis 1963 und hatte zum Ziel, einen Menschen im Orbit um die Erde zu fliegen. Die Frühphase wurde von der National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) geplant. Durchgeführt wurde es von der neu gegründeten NASA. Die Mercury-Raumkapsel wurde federführend von der NASA entwickelt. Die Höhe der Kapsel ohne Rettungsrakete betrig 3,51 m, der größte Durchmesser 1,89 m. Bei einem Fehlstart konnte die Raumkapsel durch eine Rettungsrakete von der Rakete getrennt und in Sicherheit gebracht werden. Die Rettungsraketen mussten aber nie eingesetzt werden. Eine der Mercury-Kapseln kann im Intrepid Sea Air Space Museum besichtigt werden. Wenn man vor der Kapsel steht, merkt man erst wie klein diese ist - auch wenn nur ein Mensch darin Platz haben sollte. Ich habe mir die Kapsel auf meiner New-York-Besichtigung im Oktober 2013 angesehen.

Space Shuttle Enterprise in New York

Die Enterprise ist das erste Space Shuttle für die Raumfähren aus dem Space-Shuttle-Programm der US-Raumfahrtbehörde NASA. Die interne Bezeichnung lautete OV-101. Mit ihr wurden erste Testflüge (Flug- und Landetests) absolviert und der Raumfähre wurden diverse Belastungsproben unterzogen. Ein eigenes Raketentriebwerk hat die Enterprise nie erhalten, da nur Testflüge innerhalb der Erdatmosphäre durchgeführt wurden. Daher benötigte sie zum Starten eine eigens dafür konstruierte Air Force One, die das Space Shuttle Huckepack in die Luft transportierte. Der Name "Enterprise" geht auf das fiktive Raumschiff Enterprise aus der Science-Fiction-Serie Star Trek zurück, da viele Fans mit Briefen an das Weiße Haus den damaligen Präsidenten Gerald Ford darum gebeten hatten. Der Name hat gleichzeitig auch eine amerikanische Tradition in der Benennung von US-Kriegsschiffen. Der Name steht für menschliches Vorwärtsstreben. Zur feierlichen Öffentlichkeitspremiere der Raumfähre wurde der Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry und die Darsteller der ersten Fernsehserie eingeladen. Seit 2011 steht die Raumfähre im Intrepid-Museum, nachdem sie anfangs das zentrale Ausstellungsstück des National Air and Space Museums in Washington war. Dort steht nun aber die Discovery, die 2012 die Enterprise ablöste. Ich besuchte das Intrepid-Musum, bei dem es sich um einen Flugzeugträger aus dem 2. Weltkrieg handelt, im Oktober 2013 im Rahmen eines Stadturlaubs in New York City.

Sydney-Observatorium in Australien

Am 16. November 2012 besuchte ich im Rahmen eines Social Events des VISA-Projekttreffens das Sydney-Obervatorium, welches inmitten der Stadt nicht weit von der Oper und der Harbour Bridge steht. Leider war der Abend total verregnet, weshalb wir abends nicht in den Sternenhimmel schauen konnten. Zwar hätte man aufgrund der Lichtverschmutzung auch wenig Sterne oder Galaxien bewundern können, aber ein Blick auf den Jupiter wäre sicherlich möglich gewesen, der gerade am Abend gut sichtbar am Nachthimmel steht. So mussten wir uns damit begnügen eine Uhr auf der anderen Uferseite durch das Fenster in der Kuppel durch den Refraktor anzusehen. Die Uhr wurde trotz Regen und großer Entfernung sehr nah und scharf abgebildet, was auf eine ausgezeichnete Abbildungsqualität des Refraktors schließen ließ. Die Sternwarte wurde 1859 gebaut und beinhaltet heute ein Museum. Zusätzlich beherbergt das Observatorium in ihren beiden Kuppeln ein modernes 16" Spiegelteleskop und den erwähnten historischen Refraktor, der eine über 100jährige Geschichte aufweist. Beide Geräte werden für Nachtbeobachtungen noch eingesetzt - allerdings nur für interessierte Touristen und Hobby-Astronomen. Der Refraktor wurde in Deutschland 1874 von Hugo Schröder entwickelt und hergestellt, was uns ein bisschen mit Stolz erfüllte. Er besitzt eine Öffnung von 29 cm und eine Länge von 3,81 m. Das heißt, man konnte ihn nur durch mein Fisheye auf ein einzelnes Bild bekommen. Er wurde aufgrund seiner sehr guten Abbildungsqualitäten schon sehr früh für die Astrofotografie verwendet. So wurde im ersten Jahr seines Einsatzes bereits der damalige Venustransit fotografisch festgehalten.

Totale Sonnenfinsternis bei Cairns

Am 14. November 2012 fand in Cairns, Australien, eine totale Sonnenfinsternis statt. Ich war wieder mit Alexander Alin unterwegs, um diesem Ereignis beizuwohnen. Allerdings klappte die Durchführung nicht ganz ohne Pannen, was sich um 4:30 Uhr bereits durch Startprobleme unseres Mietwagens äußerte. Nachdem wir den Wagen nach ca. 20 min erfolgreich starten konnten, war der ursprünglich ausgedachte Aussichtspunkt allerdings nicht mehr erreichbar. Kurzerhand änderten wir das Ziel und wollten einen Parkplatz bei Kuranda ansteuern, da dieser einen guten Überblick über Cairns und Umgebung bieten sollte. Das tat er zwar auch, aber der Aussichtspunkt war an diesem Morgen gesperrt worden, da man ein Verkehrschaos vermeiden wollte. Die Wahrscheinlichkeit war bei immerhin 60.000 Besuchern zugegebenerweise auch relativ hoch, weshalb wir der Organisation vor Ort nicht böse waren. Blieb also nur noch eine der nahen Strände beim Captain Cook Highway, die sich auch zusehens füllten. Zusätzlich machte uns das Wetter sorgen, da immer wieder Wolken sich am Horizont auftürmten und auch beim Sonnenaufgang an unserer Stelle nicht weichen wollten. Das blieb leider auch so bis zur Totalität. Trotzdem war es ein Erlebnis, als der Strand und die Umgebung zuerst in ein fahles Licht getaucht werden, das ähnlich wie bei der ringförmigen Sonnenfinsternis in Page eine unechte Wirklichkeit vermittelte. Im Gegensatz zur ringförmigen SoFi ging es hier aber weiter. Die ersten Lichter tauchten an der Strandpromenade auf, bis die ganze Umgebung in Dunkelheit gehüllt war. Andächtiges Schweigen bestimmte die Kulisse - kein Aufschrei und kein Gespräch drangen ans Ohr. Jeder war mit sich und der SoFi beschäftigt. Nach der Totalität riß die Wolkendecke wieder auf und gab den Blick auf die Sonne endgültig frei. Für uns leider etwas zu spät. Andere hatten mehr Glück. Trotzdem gelangen uns einige schöne Aufnahmen und wir konnten das Ereignis mit anderen Menschen feiern.

Sonnenfinsternis in Arizona

Eine ringförmige Sonnenfinsternis konnte am 20. Mai 2012 in der westlichen USA beobachtet werden, zu der Alexander Alin und ich reisten. Dabei war die Mondscheibe relativ zur Sonnenscheibe zu klein, so dass die Sonne um den Mond herum ringförmig sichtbar blieb. Denn die Entfernungen von Sonne und Mond zur Erde können verschiedene Verhältnisse bilden, da die Umlaufbahn der Erde um die Sonne bzw. des Mondes um die Erde elliptisch ist. Eine ringförmige Sonnenfinsternis gab es seit 1994 nicht mehr in Nordamerika, weswegen der Übersichtshügel, den Alexander Alin und ich uns ausgesucht hatten bereits gegen 14 Uhr dicht besiedelt war, obwohl die Sonnenfinsternis erst um 17:25 Uhr begann. Mit dem Ruf "First Contact" wurde die Sonnenfinsternis eingeläutet, die sich bis zum zwei Stunden später stattfindenden Sonnenuntergang hinzog. Die Entstehung des Sonnenringes wurde von der Menge begeistert beklatscht. Das Wetter war während der ganzen Finsternisphase fantastisch. Die Reise nach Arizona, USA hatte sich also gelohnt. Das kleine Bild zeigt uns beim Aufbau unseres Equipments, während das große Bild einen kleinen Ausschnitt der Aktivitäten präsentiert, die bei der Sonnenfinsternis stattfanden.

Barringer-Krater in Arizona

Der Barringer-Krater ist ein Einschlagskrater eines Meteoriten im Coconino County, Arizona (USA). Der Einschlagort liegt auf dem südlichen Colorado-Plateau, nahe dem Canyon Diablo östlich von Flagstaff und ist durch das Wüstenklima besonders gut erhalten (weltweit einzigartig). Der Krater wurde von Eugene Shoemaker wissenschaftlich beschrieben und durch seine Forschung als erster Krater anerkannt, der durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden ist. Er ist nach dem Bergbauingenieur und Geschäftsmann Daniel Moreau Barringer benannt, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Krater untersuchte. Der Einschlag fand vor. ca. 50.000 Jahren statt. Er hat einen Durchmesser von 1.200 m und eine Tiefe von 180 m. Alle Apollo-Flüge wurden hier u.a. getestet. Das heißt, die Raumfahrer haben in dieser mondähnlichen Landschaft sich auf ihre jeweiligen Missionen in voller Montur vorbereitet. Ich habe den Krater im Rahmen der ringförmigen Sonnenfinsternis in Arizona im Mai 2012 besucht.

Lowell-Refraktor in Flagstaff, Arizona

Das Lowell Observatorium in Flagstaff, Arizona (USA) wurde von Percival Lowell 1894 gegründet, um den Planeten Mars und die von Giovanni Schiaparelli 1877 bis 1879 beobachteten Marskanäle ("Canali") genauer zu untersuchen. Lowell war ein begüterter Liebhaber-Astronom und hielt die Canali (unkorrekt als "Canals" übersetzt) für Kunstbauten intelligenter Wesen zur Bewässerung des austrocknenden Mars. 1930 wurde nach jahrzehntelangen Vorarbeiten der Zwergplanet Pluto von ihm entdeckt. Die Sternwarte, die ich im Mai 2012 im Rahmen meiner Sonnenfinsternis-Exkursion besichtigt habe, steht in 2.210 m Höhe und besaß bis 1910 das weltweit drittgrößte Spiegelteleskop. Ich war abends in der Sternwarte und durfte durch den hier abgebildeten Refraktor den Saturn betrachten, der größer als normal und mit deutlicher Cassini-Teilung abgebildet wurde. Auch ein paar Monde sowie Wolkenbänder ließen sich ausmachen. Ein unbeschreiblicher Anblick.

Liveschaltung zur Raumstation ISS

Zur Eröffnung der CeBIT 2012 hatten sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes ausgedacht. Zum einen war der Verwaltungsratsvorsitzende von Google, Eric Schmidt, als Redner vertreten und zum anderen krönte eine Liveschaltung zur Raumstation ISS (International Space Station) die Eröffnungsveranstaltung. Das Rekordverdächtige daran war das große Publikum von rund 2.500 Leuten, die bei der Konferenz in den Weltraum zuschauten. Zum Interview mit der ISS stand der niederländische Astronaut André Kupers von der Raumstation aus bereit und sprach mit dem ESA-Direktor Thomas Reiter. Neben dem Dialog der beiden Astronauten, durften auch Bundeskanzlerin Merkel und zwei ausgewählte Teenager Fragen stellen. Währenddessen überquerte die ISS gerade den Atlantik und überflog das diesjährige Partnerland der CeBIT Brasilien. Die beiden Teenager sind aus der Finalrunde des internationalen Wissenschaftswettbewerbs "YouTube Space Lab" hervorgestoßen. Ausgewählte Experiemente werden noch in diesem Jahr auf der ISS angewendet. Abschließend berichtete Kuipers von den Versuchsanlagen der Europäischen Weltraumagentur ESA im "Columbus"-Labor der ISS, welches maßgeblich in Bremen entwickelt und gebaut wurde.

Gruppenaufnahme vor Radioteleskop in Effelsberg

Gruppenaufnahme der mitgereisten AVL-Mitglieder vor dem Radioteleskop in Effelsberg, das gerade in dem Jahr 2011 seinen vierzigsten Geburtstag feiern konnte. Betrieben wird das "zweitgrößte voll bewegliche Radioteleskop der Welt" vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) mit Sitz in Bonn. Diese Beweglichkeit kann man hier anhand eines aufgenommenen Kurzvideos nachverfolgen. Bei einem Vortrag zum Radioteleskop wurde auch auf das nächstgrößere Exemplar hingewiesen, welches ein paar Meter im Durchmesser mehr misst, aber dadurch keine bessere Auflösung erreichen kann. Aus diesem Grund ist das Effelsberger Radioteleskop international immer noch Konkurrenzfähig.

Radioteleskop in Effelsberg

Der Reflektordurchmesser des Radioteleskops in Effelsberg beträgt 100m mit einer Fläche von 7.854 Quadratmeter, was ziemlich genau der Fläche eines Fußballfeldes entspricht. Das Teleskop liegt im Effelsberger Bachtal, was es vor Störstrahlung durch die umliegenden Hügel optimal schützt. Gemessen wird die sehr schwache Radiostrahlung von Sonnen aus dem Zentralbereich unserer Milchstraße. Die gemessene Radiostrahlung ist dabei so schwach, dass ein Handy auf dem Mond die drittstärkste Radioquelle am Himmel sein würde, hätte Neil Armstrong damals eines mitgenommen und eingeschaltet. Heutzutage gibt es allerdings genug Störquellen auf der Erde, die sich negativ auf die Messungen auswirken können. So bereitete bei einer Messung in Australien den Forschern Kopfzerbrechen, weil immer zu einer bestimmten Zeit am Abend Störquellen die Ergebnisse störten. Es stellte sich heraus, dass es sich um Fernsehwerbepausen handelte, in denen die Menschen ihre Mikrowellengeräte einschalteten. Daher müssen Radioteleskope möglichst an entlegenen Orten stationiert werden.

Argelander-Institut in Bonn

Das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn wurde im September 2011 mit der AVL besucht. Die dort vorhandene Sternwarte wird heute nicht mehr wissenschaftlich verwendet, da die Lichtglocke Bonns schon in den 1960er Jahren zu stark wurde. Für Diplomarbeiten und erste visuelle Beobachtungen dient es den Studenten aber als Einsatzgerät. Trotzdem haben in der Vergangenheit Forscher wie Friedrich Wilhelm August Argelander interessante astronomische Ergebnisse in Bonn erzielt. Argelander führte die Bonner Durchmusterung durch, in der er Sterne bis zur 9. Größenklasse der nördlichen Hemisphäre bis zu einer Deklination von 2 Grad erfasste und diese in einem Sternenkatalog zusammenfasste. Bis 1863 vermaßen Argelander und seine Assistenten Adalbert Krüger und Eduard Schönfeld 324.198 Sterne und fertigten Karten an. Einziges Hilfsmittel bei der Erstellung dieses Werks war ein Fernrohr von 78 mm Öffnung, 630 mm Brennweite und neunfacher Vergrößerung. Das Teleskop aus der Werkstatt von J. Fraunhofer befindet sich heute noch in Bonn und kann besichtigt werden. Das Institut wurde zu seinen Ehren nach ihm benannt. Da die visuelle Beobachtung in Bonn nicht mehr zweckmäßig durchgeführt werden kann, wich man zum Observatorium Hoher List aus. Allerdings kümmert sich der Fachbereich heute mehr um andere Astrophysik-Themen, so dass die visuelle und fotographische Erforschung ein Auslaufmodell ist. Es sind aber noch sämtliche alten Fotoplatten von Argelander erhalten, so dass diese auch weiterhin noch bei Auswertungen eine Rolle spielen, z.B. bei Vergleichen mit heutigen Bildern.

ELSA in Bonn

Das Physikalische Institut mit der angegliederten Elektronen-Stretcher-Anlage (ELSA) hat seinen Sitz in Bonn und stand im September 2011 bei der AVL auf dem Programm. ELSA ist ein von der Universität Bonn betriebener Teilchenbeschleuniger. Die dreistufige Anlage kann einen internen Strahlstrom von maximal 200 mA bei bis zu 3,5 GeV speichern und zu verschiedenen Experimentierplätzen extrahieren. ELSA ist der größte von einer deutschen Universität betriebene Teilchenbeschleuniger. Die gesamte Anlage, die seit 1987 in ihrer jetzigen Form in Betrieb ist, besteht aus drei hintereinandergeschalteten Beschleunigern: Linearbeschleuniger, Booster-Synchrotron und Stretcherring. Das heißt, es werden zwei Ringe betrieben, von denen der Stretcherring mit 164 m der größere ist. Das Bild zeigt den Übergang zwischen dem Booster-Synchroton-Ring und dem Stretcherring.

Frankreichurlaub

Unser Urlaub auf einem Campingplatz in Südfrankreich, in der Nähe der spanischen Grenze am Mittelmeer, bot nicht nur tolles Wetter, sondern auch astronomische Beobachtungen an. So wurden u.a. am 01. Juli 2009 ein LX90 10" und ein Celestron 8" Schmidt-Cassegrain-Teleskop aufgebaut. Zur Beobachtung standen der Halbmond und Saturn zur Auswahl. Durch das 10"-SC-Teleskop von Meade ließen sich die Konturen des Saturns auch nicht besser auflösen, als dies mit meinem LX90 8" der Fall ist; trotzdem stand er wie gewohnt plastisch am Himmel. Der Mond war natürlich auch ein Highlight, dass besonders die Besucher vereinnahmte, die noch nie durch ein Teleskop geblickt hatten. Mit dem 77er Standardokular konnte man bei den Mondkratern auf Entdeckungstour gehen. Zusätzlich wurden einige Satelliten punktgenau vorhergesagt. Am 08. Juli wurde der Beobachtungsevent wiederholt. Dieses Mal ging ich aber schon am Tag hin, so dass die Sonne durch geeignete Filter beobachtet werden konnte. Drei Sonnenflecken waren dabei gut sichtbar. Abends wurde noch Altair und Jupiter beobachtet. Einziger Wehrmutstropfen der Veranstaltungen war, dass die Erläuterungen nur in französisch vorgenommen wurden, was in Frankreich leider nicht ungewöhnlich ist.

Knowth in Irland

Knowth ist als Teil des Brú-na-Bóinne-Komplexes eine große Ansammlung von vorzeitlichen Megalithanlagen bei Donore im Boyne Valley, im County Meath in Irland. Sie besteht aus dem Haupthügel und rund 20 kleineren Satellitenanlagen, die 1 km nord-westlich von Newgrange und 2 km westlich von Dowth liegen. Die AVL stattete der Anlage 2008 einen Besuch ab. Der Haupthügel übertrifft in seiner Größe beinahe alle Megalithanlagen Irlands. Bereits ab 1940 wurden von R. A. S. MacAllister Grabungen durchgeführt. Zu dieser Zeit waren die Satellitenanlagen noch unentdeckt. Nur an wenigen Stellen reichten einzelne Steine über die Grasnarbe hinaus. Der Haupthügel mit dem West- und dem Ost-Grab und die einst 20 (17 erhaltenen) benachbarten Passage tombs wurden von George Eogan ab 1962 in 25-jähriger Arbeit ausgegraben. Der Haupthügel enthält ein Grab mit einer unbestimmten Kammer und eines mit Kreuzkammer, deren Kammerdecke aus einem falschem Gewölbe besteht.

Newgrange in Irland

Newgrange bezeichnet ein großes jungsteinzeitliches Hügelgrab in der irischen Grafschaft Meath am Fluss Boyne. Vom Typ her handelt es sich um ein Ganggrab mit kreuzförmiger Kammer und Kraggewölbe. Der Name "Newgrange" geht darauf zurück, dass die Umgebung 1.142 Teil der Ländereien der Mellifont Abbey wurde. So entstand die Bezeichnung "new grange" (neues Gehöft). Auf Irisch wird die Gegend als Brú na Bóinne oder ursprünglich wohl "Wohnstatt der (Göttin) Bóinn" bezeichnet. Die Anlage wurde ca. 3150 v. Chr. erbaut und gilt als eine der weltweit bedeutendsten Megalithanlagen. Michael O’Kelly leitete die Rekonstruktion, die bis 1975 dauerte. Dabei wurde angestrebt, dem Besucher ein möglichst realistisches Bild der ursprünglichen Anlage zu geben. Ein ca. 22 m langer Gang unter dem Hügel endet in einer kreuzförmigen Grabkammer. Sie hat ein ca. sieben Meter hohes Kraggewölbe und ist nach über 5.000 Jahren immer noch wasserdicht. An etwa 13 Tagen jedes Jahres dringt um die Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang ein Lichtstrahl durch eine Öffnung über dem Eingang für ca. 15 min in den Gang und die Kammer. Weil die Erdachse etwas pendelt, ist der Lichteffekt heutzutage etwas schwächer, so dass der Lichtstrahl ca. einen Meter vorher endet. Das Foto entstand bei der Besichtigung von Knowth, während der AVL-Reise.

Gruppenfoto in Birr-Castle

AVL-Gruppenfoto im September 2008 vor dem historischen 72" Spiegelteleskops in Birr Castle in Irland, das von 1841 bis 1845 gebaut wurde und dort in der Gartenanlage (die im Übrigen auch sehenswert ist) zu besichtigen ist. Zahlreiche Originalzeichnungen von Beobachtungen des 3. Earl of Ross im auf dem Gelände vorhandenem Science Center beweisen die Funktionstüchtigkeit des damals größten Fernrohres. Im ersten Weltkrieg wurde der Stahl des Teleskops für die Rüstung missbraucht. Erst später wurde das Teleskop restauriert, ist aber leider heute nicht mehr funktionstüchtig, da Geld für die kontinuierliche Instandhaltung fehlt.

Spiegelteleskop in Birr-Castle

1826 richtete Lord Rosse auf seinem Landsitz ein Observatorium ein, für das er die Instrumente unter seiner persönlichen Leitung anfertigen ließ. 1828 veröffentlichte er seine Erfahrungen beim Schleifen und Polieren des Spiegels im Edinburgh Journal of Science. Nachdem er 1839 ein Spiegelteleskop von 36 Zoll (91 cm) Durchmesser hergestellt hatte, das in der Bauweise den berühmten Teleskopen von William Herschel sehr ähnlich war, beobachtete er Sternhaufen und die geheimnisvollen Nebel wie M27 oder M31. Dabei meinte er, Hinweise auf Haufen von Sternen innerhalb der diffus leuchtenden Gasmassen zu finden. Damals wusste man ja nicht, dass es sich um Galaxien handelte, sondern bezeichnete diese Objekte als Nebel. Um das Auflösungsvermögen weiter zu steigern und so die wahre Natur der nebligen Objekte zu klären, baute er mit einem Aufwand von 12.000 Pfund Sterling ein Riesenteleskop, das 1845 vollendet wurde und auf diesem Foto abgebildet ist. Der Hauptspiegel maß 72 Zoll (1,83 m) im Durchmesser und hatte eine Brennweite von 16 m. Dieses Teleskop zeichnete sich durch eine für die damalige Zeit unglaublich hohe Lichtstärke aus und bekam bald den Spitznamen "Leviathan of Parsonstown". Lord Rosse musste gemeinsam mit seinen Mitarbeitern verschiedene Techniken selbst entwickeln, um dieses Gerät Wirklichkeit werden zu lassen. So war Lord Rosse der Erste, der M51 als Spiralgalaxie wahrnahm.

Kennedy Space Center in den USA

Der Kennedy Space Center (KSC) liegt im US-Bundestaat Florida, in der Nähe von Orlando, das ich im Rahmen einer Konferenz in Orlando besucht habe. Interessanter als das KSC-Besucherzentrum ist dabei natürlich die Besichtigung des KSC-Geländes, auf dem kontinuierlich gearbeitet wird. Um den ganzen Komplex anzusehen, sollten mindestens 5 Stunden vor Ort eingeplant werden. Interessanter Mittelpunkt der Busfahrten zu den unterschiedlichen Geländepunkten ist der Startkomplex 39. Er wurde für die Apollo-Flüge zum Mond gebaut und wurde bis vor kurzem für die Space-Shuttle-Wartung genutzt. Im Mittelpunkt steht das Vehicle Assembly Building (VAB), das Montageplätze für drei Saturn-V-Raketen bot und zur Montage der Space Shuttles mit dem Außentank und den Feststoffraketen diente. Es kann nach der Endmontage auseinander gefahren werden. Im Apollo/Saturn-V-Center befindet sich eine der zwei verbliebenen Saturn-V-Raketen, die beim Apollo-Programm als Reserve zurück gehalten wurden (siehe Bild). Entlang der Rakete sind dabei die Logos sämtlicher Apollo-Missionen aufgehängt worden. Die Rakete ist wie eine Sprengzeichnung in der Halle aufgebahrt worden - alle Einzelteile können dabei einzeln begutachtet werden. Ich war im Jahre 2008 im Rahmen einer internationalen Konferenz in Orlando und macht an einem Tag eine Exkursion zum KCS.

Apollo Kontrollzentrum

Als weiteres Highlight auf dem KSC gelangt man in das damalige Bodenkontrollzentrum der Apollo-Missionen. Dazu muss man wissen, dass es zwei Kontrollzentren für die Apollo-Flüge gab: das auf Cape Canaveral zur Überwachung der Starts und eines in Houston zur Überwachung der Weltraumsflüge. Das Bodenkontrollzentrum ist dabei im Original erhalten geblieben. Alle Instrumente und Bildschirme, selbst die Stühle hat man so belassen. Um einen Start zu Demonstrieren wurden allerdings die Konsolen neu verkabelt und bei der Demo so angestrahlt, dass die Konsole, die für einen bestimmten Arbeitsbereich verantwortlich war, sich heraushob. So konnte man erkennen wie das Kontrollzentrum genutzt wurde und alle Teilarbeiten zusammenliefen. Das Bild zeigt das Bodenkontrollzentrum im KSC in Florida.

Gemini Süd Observatorium

Das Gemini-Observatorium betreibt auf der Nord- und der Südhalbkugel der Erde zwei große Spiegelteleskope mit 8,1 m Hauptspiegeldurchmesser für Beobachtungen im sichtbaren und Infrarotlicht. Ich habe 2007 in Chile, bei La Serena, das Gemini-Süd-Teleskop besichtigt, was als Social Event zu einer Konferenz angeboten wurde. Um sowohl den Nord- als auch den Südhimmel beobachten zu können, wurden zwei Teleskope der 8m-Klasse gebaut. Beide Teleskope sind per Datenleitung miteinander verbunden, um die Ergebnisse auch korrelieren zu können. Die Teleskope gingen im Jahr 2000 (Nord) und 2002 (Süd) in den wissenschaftlichen Betrieb. Die Bilder haben eine ähnliche Qualität wie sie durch das Hubble-Weltraumteleskop ermöglicht wird. Dies wird durch Einsatz eines Lasers ermöglicht, der in den klaren Sternenhimmel gestrahlt wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man Flugzeuge nicht irritiert, weshalb der Einsatz nicht immer möglich ist. Durch den Laser werden die Luftunruhen innerhalb des Strahls gemessen und die Teleskopoptik darauf kontinuierlich ausgerichtet. Als Kamera kommt bei Gemini der Gemini Multi Object Spectrograph (GMOS) zum Einsatz. Das Instrument in der Lage mit seinem 28 Millionen Bildpixel großem Sensorfeld mehrere hundert Spektren gleichzeitig aufzuzeichnen. So sind durch die Kamera bereits Supernovas aufgezeichnet worden oder es lassen sich die Bewegungen von Galaxien dokumentieren.

Stonehenge

Stonehenge steht in ca. 13 km nördlich von Salisbury in England, welches ich 1997 in meinem Urlaub kurz besichtigt habe. Es besteht aus einer Grabenanlage, die eine Megalithstruktur umgibt, welche wiederum aus mehreren konzentrischen Steinkreisen gebildet wird. Die beiden auffälligsten Steinkreise sind dabei ein äußerer Kreis aus Pfeilersteinen, die von Decksteinen überbrückt werden, sowie eine innere hufeisenförmige Struktur aus ursprünglich fünf Trilithen (jeweils zwei Tragsteine, die von einem Deckstein überbrückt werden). Dazwischen befinden sich weitere Strukturen aus kleineren Steinen sowie Löchern im Boden. Weitere Megalithe sowie zwei Hügelgräber finden sich in unmittelbarer Nähe. Die Anlage entstand ca. 3100 v. Chr., wobei erst 2000-2500 v. Chr. die Megalithstruktur dazukam. Evtl. ist aber die Anlage sogar noch älter. Die Ausrichtung der Steine erfolgte so, dass am Morgen des Mittsommertags, wenn die Sonne im Jahresverlauf am nördlichsten steht, die Sonne direkt über dem Fersenstein aufging und die Strahlen der Sonne in gerader Linie ins Innere des Bauwerks, zwischen die Hufeisenanordnung, eindrangen. Stonehenge könnte u.a. dazu benutzt worden sein, die Sommer- und Wintersonnenwende und die Frühlings- und Herbsttagundnachtgleiche, und damit die wichtigen jahreszeitlichen Wendepunkte vorauszusagen. Die wirkliche Nutzung ist aber nicht überliefert und kann heute nur noch gemutmast werden. Auch wie man es damals schaffen konnte die Steine über hunderte Kilometer dorthin zu schaffen, ist nach wie vor ein Rätsel.

V2 Rakete in Washington

Das National Air & Space Museum der Smithsonian Institution in Washington besitzt die weltweit größte Sammlung historischer Luft- und Raumfahrzeuge. Es ist außerdem ein wichtiges Forschungszentrum der Geschichte, Wissenschaft und Technik der Luft- und Raumfahrt sowie der Geo- und Planetenwissenschaften. Seit der Eröffnung des Gebäudes 1976 ist das National Air and Space Museum das am meisten besuchte Museum der Welt und ein Muss für Besucher in Washington, DC. Ich selbst war 1991 dort, als ich New York besuchte und einen kleinen Abstecher in die Hauptstadt der USA unternahm. Das Museum erzählt die Geschichte der Luftfahrt von den ersten Heißluftballons über die Brüder Wright bis zur heutigen Erforschung des Weltraums. Ausstellungsgalerien zeigen die Geschichte der Luftfahrt, das Sonnensystem, Satelliten- und Luftbilder sowie die Erforschung des Universums. Ausgestellt werden die wichtigsten Ikonen der Fluggeschichte, darunter das Flugzeug der Brüder Wright, die Spirit of St. Louis und die Apollo 11-Kommandokapsel "Columbia". Abgebildet ist hier die V2-Rakete (V = Vergeltungswaffe) der Deutschen Wehrmacht, die offiziell den Namen Aggregat 4 (A4) trug und die Basis für die späteren Raumflüge der USA bildete. Sie wurde von Wernher von Braun in Peenemünde entwickelt und fiel nach dem zweiten Weltkrieg der USA in die Hände. Wernher von Braun konnte seine Forschung in den USA weiter fortführen, ungeachtet der Verbrechen die mit der V2-Rakete ermöglicht wurden, und schuf die Grundlage für die Saturn-Raketen für die späteren Apollo-Flüge zum Mond. Durch die immense Erfahrung der Kriegs- und Nachkriegsjahre gab es bei der Saturn-Rakete, die von Wernher von Braun maßgeblich mit entwickelt wurde, keinen einzigen Fehlstart.


Zum Seitenanfang


All contents © by Prof. Dr. Kai-Oliver Detken. Last Updated
For comments please contact webmaster