Astronomie-Equipment

An dieser Stelle wird noch einmal genauer auf mein Equipment eingegangen, welches ich 2007 angeschafft habe. Seitdem hat sich allerdings einiges getan, da kontinuierlich Erweiterungen implementiert und ausprobiert wurden. Gerade das hält meines Erachtens auch das Hobby der Astronomie jung, da man irgendwann einmal sicherlich alle gut sichtbaren Objekte des Sternenhimmels gesehen hat. Verändert man aber nur eine Komponente in der gesamten Ausrüstung, bekommt man ein ganz neues Beobachtungserlebnis. Dies gilt gleichermaßen für die visuelle Beobachtung wie für die fotografische Nutzung. Hinzu kommt, dass das Seeing dem Hobby-Astronomen des öfteren einen Streich spielen kann, so dass klare Nächte (Clear Skies) relativ selten in unseren Breitengraden sind und deshalb möglichst immer ausgenutzt werden müssen.

Als ich mein erstes ernstzunehmendes Teleskop ausgesucht habe (Anfang der 1990er Jahre hatte ich schon mal als Newton ein sog. Kaufhausteleskop), hatte ich verschiedene Vorstellungen davon, was ich alles damit machen wollte. Es sollte auf der einen Seite leicht sein, damit man es auch ins Feld oder zur AVL mitnehmen kann. Eine kompakte Bauweise, die der große Vorteil von Schmidt-Cassegrain-Teleskopen ist, sollte auch vorhanden sein. Die Goto-Montierung sollte leicht zu bedienen sein und eine exakte Ausrichtung ermöglichen. Auch die Lichtstärke spielte natürlich eine Rolle, da ich auch Galaxien oder Nebel damit beobachten wollte. Dementsprechend musste die Öffnung mindestens 8" betragen. Damit man im Feld auch ohne 12-Volt-Autobatterie zurechtkommt, sollte eine integrierte Akkuversorgung vorhanden sein. Der Anschluss an einen Computer sollte ebenfalls ermöglicht werden können und zu guter letzt sollte auch später Astrofotografie damit umsetzbar sein. Wie ich heute weiß, sind alle Anforderungen kaum in einem Gerät umzusetzen. Aber ich wollte möglichst viele Merkmale berücksichtigen, da ein solches Teleskop ja auch möglichst häufig benutzt werden soll.

Später kamen dann noch Anforderungen an die Astrofotographie hinzu, die eine parallaktische Montierung notwendig werden ließen. Hier habe ich erst einmal zur Ergänzung eine Reisemontierung angeschafft, um auf der einen Seite Erfahrungen mit der exakten Einnordung zu sammeln und auf der anderen Seite länger belichtete Aufnahmen zu ermöglichen. Damit sind dann u.a. einige Milchstraßenaufnahmen bei geringer Brennweite entstanden. Und das nicht nur im heimischen Garten, sondern speziell auch unterwegs auf Reisen. 2014 wurde dann aber nach längerer Überlegung und Vorbereitung endlich eine parallaktische Montierung angeschafft, die wiederum verschiedene Anforderungen erfüllen musste. Ich suchte daher eine Montierung, die mit bis zu 18 kg belastbar sein sollte (um auch ein 11"-Schmidt-Cassegrain-Teleskop aufsatteln zu können), die leicht und transportabel ist (um sie schnell in den Garten tragen und aufstellen zu können), ein schnelles Einnorden unterstützt (um so schnell wie möglich einsatzbereit zu sein), eine Autoguiding-Schnittstelle besitzt (um die Nachführung zu optimieren), eine programmierbare Fehlerkorrektur des periodischen Schneckenfehlers (PEC) durchführen kann und den Schwenk über den Meridian ermöglicht. Ich wurde in der CEM60 von iOptron fündig, die nur 12,3 kg schwer ist, aber bis zu 27 kg Zuladung vertragen kann. Zudem bietet sie einen periodischen Fehler von nur +/- 5 Bogensekunden, ein 32-kanaliges GPS-Modul zur Erkennung des Ortes und des Datums, eine einfache Einnordungsmöglichkeit und eine ST-4-Schnittstelle bzw. permanente Korrektur des periodischen Schneckenfehlers. Damit bin ich nun auch mit höheren Brennweiten in der Lage exakt nachzuführen.

8 Zoll LX90GPS von Meade

Durch die visuellen Anforderungen entschied ich mich im Jahr 2007 für ein Meade LX90GPS 8" Teleskop, welches ich über 8 Jahre ausgiebig genutzt habe. Was ich damals nicht beachtet hatte, war die Gabelmontierung (azimutale Montierung), die zwar ein leichteres Gerät ermöglicht, aber bei der Fotografie Probleme bereitet. Das liegt daran, dass die Ausrichtung des Bildfeldes der Kamera relativ zum Horizont immer gleich bleibt, während alle Sterne zu kleinen Kreisbögen um den Nachführstern auseinander gezogen werden. Selbst auf sorgfältig nachgeführten Aufnahmen sorgt die Bildfelddrehung bei azimutalen Montierungen für Fehler. Desto länger eine Belichtung dauert, umso mehr wird dieser Fehler sichtbar. Trotzdem habe ich angefangen Fotos mit dem LX90 zu schießen und viele gute Ergebnisse erzielt. Die Brennweite des LX90 betrug 2.000 mm bei einem Öffnungsverhältnis von f/10. Die Ausrichtung erfolgte automatisch mittels GPS und der absoluten Waage-Ermittlung. Das Nettogewicht der Ausrüstung betrug 24 kg, weshalb es noch relativ leicht transportiert werden konnte. Die Autostar-Datenbank der Goto-Ausrüstung enthielt 30.223 astronomische Objekte, die nach einer kurzen Justierphase anhand zweier Sterne direkt angefahren werden konnten. Sehr schön war hierbei die Funktion "Best of the Night", bei der man die "Highlights" des Abends nacheinander beobachten konnte. Die Goto-Positioniergenauigkeit betrug 3-5 Bogenminuten, was für die visuelle Beobachtung mehr als ausreichend ist. Eine Hauptspiegelfixierung besaß der LX90 leider nicht, weshalb es zu Spiegelshifting (Verkippung des Hauptspiegels) kommen konnte. Das Batteriepaket wurde direkt in der Säule untergebracht und ermöglichte eine Beobachtung von bis zu 8 Stunden, so dass man im Feld auch ohne externe Stromversorgung und lässtige Kabel auskommen konnte. Ich habe das LX90 im September 2015 verkauft, da ich mich immer stärker mit der Astrofotografie beschäftigt habe und die visuelle Beobachtung nur noch im Hintergrund betrieben wurde. Trotzdem hat sich das LX90 bei mir durchgehend bewährt, so dass ich mir Anfang 2016 wieder eine Schmidt-Cassegrain-Optik anschafft habe, die ich jetzt aber parallaktisch nutze. Erstens, um die visuelle Beobachtung weiterhin mit größerer Öffnung betreiben und zweitens, um eine größere Brennweite für Galaxien und Planetarische Nebel (PN) anwenden zu können.

SC-Teleskop 11 Zoll C11 von Celestron

Nachdem das LX90 von Meade verkauft wurde, stand ein C11 von Celestron auf meiner Wunschliste. Es bietet mit einer Öffnung von 11" eine hohe Lichtempfindlichkeit für die visuelle Beobachtung, bei der man Öffnung (fast) durch nichts ersetzen kann. Zugleich ist das C11 aber auch noch transportabel. Das Gewicht von ca. 12 kg ist zwar auch nicht gerade leichtgewichtig, aber es kann dadurch noch relativ gut getragen und auch von meiner Montierung leicht gehalten werden. Durch die kurze Bauweise kommt man damit auch nach wie vor gut durch die Terrassentür. Die vorhandene Öffnung von 279 mm (11") bietet visuell die Möglichkeit helle Objekte bereits in Farbe auszumachen. So ließen sich bei Jupiter die Wolkenbänder nicht nur erahnen, sondern auch eine farbliche Unterscheidung wurde möglich. Zudem besitzen viele Hobby-Astronomen das C11 von Celestron, da dieses Teleskop einen ausgezeichneten Ruf im Bereich der Fotografie von Planeten, Mond, Planetarischen Nebeln und Sonnenflecken besitzt. Jedes C11 wird handretuschiert und bietet eine sauber gefertigte Optik. Dadurch wird eine hohe Abbildungsqualität erreicht. Die Auflösung kann jetzt nur noch durch das Seeing begrenzt werden. Eine XLT-Vergütung der Optik, eine mehrlagige Antireflex- Beschichtung, ist ebenfalls Standard, um eine hohe Lichttransmission zu erreichen. Und zuguterletzt ist das C11 gegenüber seinem größeren Bruder, dem 1100 EdgeHD-Teleskop mit integrierter Komakorrektur, erheblich günstiger in der Anschaffung. Was die Celestron-Serie gegenüber Meade auch interessanter erscheinen lässt, ist die Nutzung der HyperStar-Technologie, um aus einem C11 eine Schmidt-Kamera zu bauen. Dadurch wird die Brennweite stark reduziert, bei gleichzeitig starker Erhöhung der Lichtstärke. So bietet das C11 bei normaler Nutzung nur ein Öffnungsverhältnis von 1/10, während man mittels des HyperStar-FlatField-Adapters auf 1/2 verringern kann! Weitere Randparameter des C11-Teleskops sind: 2.800 mm Brennweite, visuelle Grenzgröße von 14m7, Auflösungsvermögen von 0,42", Abschattung des Fangspiegels bei 34% und die Länge des Tubus beträgt 60 cm.

iOptron CEM60

Aufgrund der immer größer werdenden Fotoleidenschaft im Astronomie-Bereich, wird der Ruf nach einer parallaktischen Montierung natürlich mit der Zeit immer größer. Mit der Gabelmontierung des LX90-Teleskops können nur kurzbelichtete Aufnahmen um die 60-90 sec vorgenommen werden. Je nach Brennweite gestaltet sich dies zusätzlich noch schwierig. Parallaktische Montierungen werden auf den Polarstern (Nordhalbkugel) ausgerichtet und können bei geringen Schneckenfehlern des Antriebs wesentlich länger (5, 10, 20 min etc.) Astronomie-Bilder belichten. Dadurch kann man ganz andere Bildtiefen erreichen, weshalb mich dieser nächster Schritt interessiert hat. Allerdings sind parallaktische Montierungen auch schwerer, schwieriger auszurichten und wesentlich kostspieliger. Zudem gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten heute am Markt zu kaufen. Zuerst sollte man sich aber mal wieder mit den eigenen Anforderungen beschäftigten (siehe oben). Anhand dieser kamen in die engere Auswahl: Celestron CGEM/CGEM-DX, Skywatcher EQ6, Avalon LineAR und Losmandy G11. Geworden ist es dann aber eine CEM60-Montierung von iOptron, da mir bei allen Montierungen immer wieder Nachteile aufgefallen sind, die eine Entscheidung erschwerten bzw. mich nicht restlos überzeugt haben. Die CEM60 kam im Frühjahr 2014 auf den Markt, ist nur 12,3 kg leicht - kann aber bis zu 27 kg tragen. Daher besitzt sie ein wesentlich geringeres Gewicht, z.B. im Vergleich zu einer EQ6-Montierung, ist aber aufgrund ihrer Tragfähigkeit eher mit einer Losmandy G11 zu vergleichen. GPS ist bereits enthalten und die Einnordung kann wie bei Celestron auch ohne Sicht auf Polaris vorgenommen werden. Das Design ist zudem sehr schlank gehalten und der Getriebefehler soll geringer sein, als bei einer CGEM/EQ6. Zudem besitzt sie neuartige Magnetschalter, die das Getriebe auf Kurs halten. Der Hersteller kommt aus den USA, wenn auch die Montierungen in China gefertigt werden. Was sie kann, hat sie bei mir bereits bewiesen. Allerdings gibt es noch wenige Praxisberichte anderer Hobbyastronomen. Aber aktuell glaube ich, das ich meine Traum-Montierung endlich gefunden habe.

iOptron CEM60

Nach diversen Tests bin ich sehr zufrieden mit der CEM60-Montierung von iOptron. Die hohe Tragfähigkeit in Verbindung mit dem niedrigen Eigengewicht hatte ich ja schon vorher erwähnt. Aber auch die Einnordung geht sehr schnell vonstatten. Zudem gibt es unterschiedliche Möglichkeiten die Einnordung noch exakter vornehmen zu können. Durch die Magnetschalter wird das Getriebe sehr genau ausgerichtet, so dass kein Backlash mehr entstehen kann. Sehr innovativ ist zudem der automatisch umsetzbare Meridian-Flip. Durch die neuartige Bauart der Montierung, wodurch der Schwerpunkt sehr nahe am zentralen Stativpunkt sitzt, kann der Meridian-Schwenk komplett automatisiert, ohne manuelles Umschwenken und Neuausrichtung, vorgenommen werden. Dies ermöglicht Langzeitaufnahmen, mit nur kurzer Unterbrechung und ohne manuelles Eingreifen. Alternativ kann 15% über den Meridian hinaus ein Objekt nachverfolgt werden, ohne umzuschlagen. Beides kann entsprechend in der Handsteuerbox eingestellt werden. Über 300.000 Objekte enthält zudem diese Handsteuerbox, obwohl man diese Anzahl nie nutzen wird. Was ich vermisst habe, ist die Funktion "Best of the Night", wie beim Meade-Teleskop. Man sollte also wissen, was man beobachten kann und möchte. Dies gilt auch für das One-Star-Alignment, welches auf Sterne ausgerichtet wird, die man mit Namen kennen sollte. Für kalte Wintertage kann die Handsteuerbox übrigens beheizt werden, damit die Elektronik nicht träger wird. In der Praxis zeigte die CEM60 bereits, dass man mit einem One-Star-Alignment, bei exakter Polausrichtung, die gewünschten Objekte sehr genau wiederfinden kann. Das nebenstehende Foto zeigt die Montierung von iOptron mit meinem ED70-Refraktor, den ich im ersten Schritt eingesetzt habe. Zuguterletzt sei noch erwähnt, dass die Motoren für die Nachführung extrem leise arbeiten. Kein Vergleich also zu Meade oder Celestron, die im Gegensatz dazu einen Höllenlärm veranstalten. Es gibt von der CEM60 auch noch eine EC-Variante mit Hochleistungsencodern an Bord. Diese habe ich mir nicht zugelegt, da sie zum einen beim Kaufdatum Ende 2014 nicht verfügbar war und zum anderen bei mobiler Aufstellung nach meiner Meinung keinen Vorteil bringen würde. Bei temporärer Aufstellung wird der Polarstern mal besser, mal schlechter eingestellt. Bei nicht ganz exakter Aufstellung kann dann auch ein Hochleistungsencoder keine genaue Nachführung ohne Autoguidung mehr gewährleisten. Da Autoguiding bei längeren Belichtungszeiten sowieso empfehlenswert ist, benötigt man wiederum diese besseren Encoder nicht mehr, da auch mit der Standardversion eine hohe Genauigkeit erreicht wird. Daher wäre die Anschaffung im Grunde unnötig. Eine Ausnahme würde die feste Aufstellung in einer Sternwarte bedeuten, die einmal exakt eingenordet wurde und dann nicht mehr verändert wird. Die Hochleistungsencoder bieten bei der CEM60 eine Genauigkeit von +/- 0,5 Bogensekunden. Dieser Wert konnte aber nun auch mittels Autoguiding erreicht und nachgewiesen werden, weshalb man die Encoder im freien Feld nicht unbedingt benötigt.

APO-Refraktor auf der iOptron CEM60

Nachdem der ED70-Refraktor zunächst an der CEM60-Montierung verwendet wurde, kam schnell der Wunsch auf eine artgerechtere Teleskoplösung zu verwenden. Da die Erfahrungen, die ich mit einem Refraktor gemacht hatte, alle positiv waren, sollte ein farbreiner APO (Apochromatisch) angeschafft werden, der auch ein schnelles Öffnungsverhältnis für die Fotografie sowie eine knackscharfe visuelle Abbildung ermöglichen sollte. Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und Herstellern, da die Astrofotografie immer größere Kreise bei den Hobbyastronomen zieht, so dass die Wahl der Qual anstand. Ich entschied mich dann für einen 130er APO aus der Photoline-Serie von Teleskop Service (TS): TS PHOTOLINE 130 mm-f/7-Triplett-APO. Er besitzt eine relativ große Brennweite (910 mm), eine hohe Lichtempfindlichkeit (f/7) und durch die FPL-53-Glaselemente von Ohara aus Japan eine sehr gute Abbildungsleistung. Zudem kann die Lichtempfindlichkeit auf f/5,53 erhöht werden, wenn man einen Reducer/Flattner TS PHOTOLINE 3" 0,79x 4-Element-Korrektor hinzunimmt, der einen passgenauen Abstand zum Sensor hat. Dabei wird die Brennweite nur auf 719 mm verringert - eine immer noch sehr interessante Brennweite für viele Himmelsobjekte. Ich entschied mich außerdem für einen Alutubus, da dieser leichter auskühlt als ein Carbon-Tubus und von meiner Montierung trotzdem noch spielend getragen werden kann. Draufgesattelt wird nun der ED70-Refraktor, um auch eine kleinere Brennweite gleich mit an Bord zu haben und zudem als Sucher dienen kann. Der Okularauszug (OAZ) ist einem Starlight FeatherTouch sehr ähnlich und kann kameraseitiges Zubehör von bis zu 5 kg tragen, ohne ein Verkippen zu verursachen. Durch Zahntrieb wird der Crayford-Auszug verstellt, wodurch es kein Nachgeben (Friktion) mehr gibt. Dies bestätigte sich auch in der Praxis: der einmal eingestellte Fokus blieb die Nacht über erhalten, soweit es die Luftveränderungen zuließen. Die ersten Testnächte machten dann auch gleich Lust auf mehr. Die Mondoberfläche lässt sich mit einem APO sehr gut erkunden sowie diverse Deep-Sky-Objekte. Auch Planeten wurden versucht, wobei hier nicht die Auflösung das Problem ist, sondern die immer weiter schwindende Lichtempfindlichkeit bei Erhöhung der Brennweite. Visuell lassen sich aber die Planeten auch bei höherer Brennweite gut abbilden, während man fotografisch mit der Lichtstärke zu kämpfen hat. Letztendlich werde ich ihn bei Deep-Sky-Objekten hauptsächlich einsetzen und das Schmidt-Cassegrain-Teleskop weiterhin für Planeten und Mond nutzen. Jedes Instrument hat halt seine eigenen Stärken. Auch der Backfokus ist bei einem SC-Teleskop unübertroffen, so dass man quasi immer (auch mit einem Bino-Adapter) in den Fokus kommt, so dass ein SC-Teleskop nach wie vor ein Muss für mich darstellt.

AstroTrac-Nachführung

Die AstroTrac stellt eine hochpräzise Nachführung dar, die als Reisemontierung sehr gut geeignet ist. Die genaue Bezeichnung meiner Version ist TT320X-AG. Sie ist äußerst kompakt und kann so bequem in jedem Koffer untergebracht werden. Im Handgepäck macht sich die AstroTrac zwar auch ganz gut, aber man wird Schwierigkeiten mit den Kontrollen bekommen, die mit so einer Montierung leider nichts anfangen können. Die AstroTrac ist mit Aluminium in hoher Qualität gefertigt worden und wiegt nur 1 kg, weshalb man eigentlich auch mit der 20kg-Begrenzung bei Flügen keine Probleme bekommen sollte. Trotz des geringen Gewichtes könnte die AstroTrac bis zu 15 kg tragen, wobei es aber auch auf das Stativ ankommt. Die Einrichtung erfolgt über einen Polsucher, der es relativ einfach ermöglicht den Polarstern (Polaris) zur Einnordung aufzufinden. Bei geringer Brennweite reicht dies bereits aus, um innerhalb von 5 min Belichtungszeit stecknadelfeine Sterne zu bekommen. Ab 100 mm Brennweite und mehr ist es anzuraten zwei weitere Sterne zur Justage einzusetzen. Der TT320X-AG hat einen typischen Nachführfehler von ca. 5 Bogensekunden in fünf Minuten. Deshalb machen längere Belichtungszeiten nur begrenzt Sinn. Evtl. sollte zusätzliches Autoguiding eingesetzt werden, was in dieser neuen AT-Version ermöglicht wird, da ein ST-4-Anschluss vorhanden ist. Die AstroTrac kann auf normale Fotostative geschraubt werden, die allerdings eine gewisse Stabilität beeinhalten sollten. Ich habe diese Nachführung angeschafft, um die Milchstraße und auffällige Himmelsobjekte, die man manuell finden kann, mit längeren Belichtungszeiten ablichten zu können. Zudem ist der Einsatz im Urlaub vorgesehen - speziell, wenn man mal wieder in interessanten Gegenden unterwegs ist. Die Handhabung bei geringer Brennweite ist einfach und verspricht noch viele schöne Aufnahmen der Milchstraße. Bei größerer Brennweite muss hingegen mehr Zeit und Geduld investiert werden.

Sigma-Teleobjektiv

Bei Nutzung der AstroTrac auf Reisen oder auch im heimischen Garten, wenn man einmal kurzfristig Himmelsobjekte fotografieren möchte, wird der Wunsch nach unterschiedlicher Brennweite schnell aufkommen. Anfangs gibt man sich zwar mit Milchstraßenaufnahmen zufrieden, die mit kleiner Brennweite (10-17 mm) aufgenommen werden, bis man dann einzelne Objekte zusätzlich herausarbeiten möchte. Die Lichtstärke spielt hier auf der einen Seite eine wichtige Rolle, aber auch die Qualität des Objektivs, welche am Sternenhimmel schonungslos herausgefunden werden kann. Nachdem ich mit einem Fisheye-Objektiv (10 mm, f2,8) und einem Weitwinkel (17-50 mm, f2,8) von Sigma viele gute Aufnahmen erzielen konnte, musste Ende 2015 auch ein Teleobjektiv (70-200 mm, f2,8) von Sigma mit der gleichen hohen Lichtstärke angeschafft werden. Der integrierte Bildstabilisator ist für Tageslichtaufnahmen wertvoll, fällt aber bei Astroaufnahmen nicht ins Gewicht. Die Ergebnisse bei der Offenblende f2,8 waren anfangs allerdings nicht zufriedenstellend, weshalb abgeblendet werden musste. Dann allerdings offenbarte sich die ganze Qualität dieses Teleobjektives, welches mir auf Reisen im Zusammenspiel mit der AstroTrac sicherlich noch viel Freude bereiten wird. Astrofotografie beginnt halt schon mit ganz normalen Objektiven, ohne Teleskoptubus. Und jede Brennweite erhöht dann den Schwierigkeitsgrad, um eine optimale Abbildungsqualität hinzubekommen. Auch die Qualitätsanforderungen und Ausrichtungsgenauigkeit der Montierung wächst mit der Brennweite. 200 mm lassen sich mit einer AstroTrac aber noch gut handhaben, wie ich festgestellt habe, und geben neue Himmelsobjekte frei, die entdeckt werden wollen.

M-GEN von Lacerta

Das Autoguiding-System M-GEN des Herstellers Lacerta hat sich bei Hobbyastronomen bei den Standalone-Lösungen inzwischen durchgesetzt, was auch an der Bedienerfreundlichkeit liegt. Nachdem parallaktische Montierungen bei mir im Einsatz waren, war dies der nächste natürliche Schritt, um die Belichtungszeiten weiter ausbauen zu können. Das M-GEN kommt dabei ohne Notebook aus, kann an Gleichstromversorgungen von 9-15 V angeschlossen werden und benötigt nur einen Sucher ab 50 mm Öffnung und 180 mm Brennweite für die mitgeliferte CCD-Kamera. Ich habe mir für den Autoguider einen etwas größeren Sucher ausgesucht (60 mm Öffnung und 240 mm Brennweite), um etwas mehr Spielraum bei schwachen Sternen zu haben. Die CCD-Kamera, die an dem Sucher befestigt wird und den Guiding-Stern abbilden soll, besteht aus dem hochempfindlichen Sony-Chip ICX279AL-E (3,6 x 2,7mm). Bei 90 mm Öffnung erreicht man, mit der Belichtungszeit von 1 sec, damit noch Sterne von 10 mag. Die Belichtungszeit kann aber auch höher eingestellt werden. Über die Live-Bild-Funktion kann man die Fokussierung vornehmen, die an dem Sucher auch fixiert werden kann. Die Abbildung zeigt die unterschiedlichen Anschlüsse (von links nach rechts): Canon-Kamera-Kabel, Guiding- Kabel für die CCD-Kamera, Stromanschluss, ST-4-Anschluss für die Montierung. So kann ein Regelkreislauf in Betrieb genommen werden. Mit der Handbox können nun verschiedene Funktionen ausgeführt werden. Zum einen kann man die Canon DSLR-Kamera fernsteuern, so dass kein weiterer Timer notwendig ist. Zum anderen lässt sich eine Dithering-Funktion für beide Achsen aktivieren, um die Chipdefekte nicht immer übereinander kopieren zu müssen beim Stacken. Dies kann ggf. auch die Erstellung von Darkframes in Zukunft überflüssig machen und schafft mehr Tiefe bei den Aufnahmen. Durch die immer anfangs durchzuführende Kalibrierungsfunktion wird die Bewegung der Montierung anhand des Leitsterns erfasst und die Genauigkeit (Abweichungen beider Achsen voneinander - Orthogonalität) in Prozent angegeben. Die Prozentzahl sollte dabei über 90% liegen. Bei der CEM60 liegt sie bei 100%, was auch für die Qualität dieser Montierung spricht. Nach der Kalibrierung kann das Autoguiding aktiviert werden. Diese Tätigkeit kann aufgezeichnet werden, um evtl. Fehler während der Aufnahmeprozedur später lokalisieren zu können. So lässt sich die Genauigkeit der Montierung (Schneckenspiel) und wie exakt die Montierung mit Autoguiding arbeitet erkennen. Auch die Qualität der Einnordung lässt sich damit ausmachen. Durch den Autoguiding-Einsatz sind nun Belichtungszeiten von 5 oder 10 min kein Problem mehr. Die Sterne bleiben rund, selbst in den Ecken. Ein ungewohnter Luxus für mich nach all den Jahren mit einer azimutalen Montierung.

Coronado P.S.T. mit AstroTrac-Nachführung

Ein reines Sonnenteleskop ist in der Lage die Sonne auch im H-Alpha-Licht darzustellen. Das Coronado P.S.T. ermöglicht eine solche Abbildung, die unter 1 Angström liegt und vor gar nicht allzu langer Zeit für Hobby-Astronomen kaum erschwinglich war. Das Personal Solar Telescope (PST) von Coronado war daher bei seiner Markterscheinung eine preisliche Sensation. Der optische Tubus besitzt eine 40-mm-Öffnung und eine Brennweite von 400 mm. Als Okularöffnung kommt 1,25" zum Einsatz. Optimal sind hierbei 15 oder 20 mm, damit die Sonne auf der einen Seite ausreichend groß dargestellt wird und auf der anderen Seite nicht zu schnell wieder aus dem Gesichtsfeld verschwindet. Das Teleskop lässt sich auf jedes Stativ schrauben und ist auch nicht sonderlich schwer. Um es der Sonne nachzuführen kann ich es huckepack auf ein Teleskop setzen - anstelle des ED70-Refraktors - oder ich nehme die AstroTrac (AT) zur Hilfe, wie die Abbildung zeigt. Da die AT auch eine Sonnen- und Mondnachführung anbietet, ist der Einsatz an der Sonne ebenfalls möglich. Somit stellt das Coronado für mich eine Ergänzung zur bestehenden Weißlichtbeobachtung dar. Auch das ED70 mit Weißlichtfilter lässt sich mit der AT einsetzen, weswegen man hier wieder ganz neue Kombinationsmöglichkeiten zur Sonnenbeobachtung erhält und auch sehr mobil bleibt. Die Vorteile im H-Alpha-Licht zu beobachten liegen auf jeden Fall auf der Hand: es lassen sich so Protuberanzen, Filamente, Sonnenflecken und Oberflächenstrukturen der Sonne wahrnehmen. Die Filterkomponente ist allerdings fest eingebaut, so dass dieses Teleskop nur zur Sonnenbeobachtung eingesetzt werden kann.

Daystar Instruments QUARK Chromospher

Das Daystar Instruments QUARK Chromosphere hat die H-Alpha-Beobachtung nach dem Coronado P.S.T. nochmals revolutioniert. Dieses Instrument beinhaltet eine telezentrische Barlow mit dem Faktor 4,3 und einen H-Alpha-Filter, der sich direkt an beliebigen Refraktoren nutzen lässt. Die Refraktoren sollten von Haus aus ein Öffnungsverhältnis von 1/4 bis 1/9 mitbringen, um die notwendige Lichtstärke und Kontrast zu erhalten. Es gibt das QUARK Daystar in zwei Varianten: als Prominence und Chromosphere. Während die erste Version sich hauptsächlich um die Abbildung von Protuberanzen spezialisiert hat, zeigt das Chromosphere die Strukturen auf der Sonnenoberfläche. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da man hiermit auf der Sonnenoberfläche deutlich mehr Kontrast bekommt und trotzdem auch die Protuberanzen abbilden kann. Das Chromosphere ist etwas enger, besitzt einen 12 mm Blockfilter und führt speziell auf der Oberfläche zu einem signifikant besseren Bild. Es ist auf 656 nm optimiert. Bei Refraktoren bis max. 450 mm Brennweite kann die komplette Sonnenscheibe beobachtet werden, abhängig davon, welches Okular man verwendet. Es gibt auch keine Öffnungsbegrenzung und ist bei größeren Refraktoren für Detailbeobachtung geeignet. Es wird ganz einfach zwischen Okular und Zenitspiegel eingesetzt und per USB an Strom angeschlossen, da der Tuning-Knopf nochmals eine feinere Einstellung des Kontrasts ermöglicht. Bei meinem ED70-Refraktor ist kein weiterer Filter notwendig. Bei Einsatz an meinem APO130-Refraktor muss allerdings ein zusätzlicher Energieschutzfilter verwendet werden. So sind meine beiden Refraktoren ab sofort auch für die Sonnenbeobachtung im H-Alpha-Licht ebenfalls einsetzbar. Aufnahmen gelingen nun einacher und hochauflösender, als dies noch beim Coronado P.S.T. der Fall war, unabhängig davon, ob man mit einer DSLR-Kamera oder einer CCD-Kamera fotografiert.

iCap MID PRO Notebookzelt

Zur Sonnenbeobachtung trübt die Sonne selbst den Beobachtungsgenuß etwas, da sie extrem hell strahlt. Bei Aufnahmen der Sonne wirkt sich dies noch problematischer aus, da man die Fokussierung bei hoher Sonneneinstrahlung durchführen muss. Abhilfe schafft hierbei das Notebookzelt iCap MID PRO, welches einen Outdoor-Protektor gegen Sonnenlicht darstellt. Aber auch gegen Regen, Staub, Hitze und Kälte kann man das Notebook entsprechend schützen. Die zweite Generation ist dabei sehr kompakt und kann durch Twisten (Verdrehen) auf 1/3 seiner Fläche reduziert werden. Ein iCap PRO wird aus 70 Einzelteilen handvernäht und ist sehr robust ausgelegt. Es ist für unterschiedliche Notebook-Größen erhältlich. Dabei sollte man nicht mit Platz sparen und die Anschlüsse (USB, Stromzuführung) in die Überlegungen mit einbeziehen. Eine clevere Lösung, die allerdings etwas gewöhnungsbedürftig wieder zusammengefaltet werden muss.

SC-Teleskop mit Kamera und Takumar-Objektiv

Das Takumar-Objektiv von Pentax ist eine sehr günstige Möglichkeit, um erst einmal mit der Astrofotografie zu beginnen. Es ist nur noch gebraucht (z.B. über eBay) zu beschaffen, bietet aber den großen Vorteil der hohen Lichtempfindlichkeit mit einer Blende von 1,8 (oder sogar 1,4), die normalpreisige Objektive nicht bieten. Auch die Verarbeitung ist hochwertig sowie die Abbildungseigenschaften, die durch die Konstruktion des Objektivs ermöglicht wird, das durch je eine stark gekrümmte Zerstreuungslinse vor und hinter der Blende bei insgesamt weitgehend symmetrischem Linsensystem gekennzeichnet ist. Über einen ebenfalls kostengünstigen Adapter kann dann der direkte Anschluss an die Canon-Kamera erfolgen. Durch die hohe Lichtempfindlichkeit können innerhalb der Aufnahmezeit mehr Himmelsobjekte erfasst werden. Auch für Makroaufnahmen am Tag ist das Objektiv sehr gut geeignet. Die Kamera mitsamt dem Objektiv wurden Piggyback auf das Teleskop befestigt, wodurch die ersten nachgeführten Aufnahmen entstanden sind. Als Kamera kommt die Canon 1000D zum Einsatz. Sie hat eine maximale Lichtempfindlichkeit von bis zu 1.600 ASA und kann per Timer beliebige Aufnahmeserien machen. Der eingebaute Dunkelbildabzug der Kamera besitzt zudem eine sehr gute Qualität, so dass man sich am Computer später einen Arbeitsschritt sparen kann. Weitere Leistungsdaten sind: 10,1 Megapixel, 12 Bit RAW-Wandlung, Bildprozessor DIGIC III, Sensorgröße 22,2 x 14,8 mm, Gewicht: 450g, Live View, Sensorreinigung.

Modifizierte Canon-Kamera mit CLS-Filter

Die Canon-Kameras haben sich für die digitale Astrofotografie etabliert. Für diese Spiegelreflexkameras gibt es die meisten Zubehörteile und Erweiterungen zu kaufen, weshalb ich mich zunächst für eine 1000D-Kamera entschieden habe. Das habe ich auch nicht bereut, da die Kamera sehr gute Langzeitbelichtungsergebnisse erzielt. Eine Schwäche für die Astrofotografie ist aber der IR- Sperrfilter, der in den Kameras eingebaut ist (das liegt nicht an Canon, sondern an der Ausrichtung auf Tagesaufnahmen). Der schneidet relativ viel vom roten Lichtbereich ab. Durch den Wechsel des eingebauten Filters erhöht sich dann die Empfindlichkeit im wichtigen H-Alpha Bereich um ein Vielfaches. Bei dem Wechsel des vorhandenen IR-Sperrfilters stand daher für mich fest, dass ich auch weiter gerne mit der Kamera bei Tageslicht fotografieren möchte. Normalerweise wird nach dem Umbau durch einen manuellen Weißabgleich eine Farbkompensation wieder hergestellt. Dies funktioniert aber nicht immer zufriedenstellend, wie ich an Beispielen von AVL-Kollegen sehen konnte. Deshalb kam für mich nur die Astronomik-Clip-Filterlösung in Frage. Hierbei wird ein anderer UV-IR-Sperrfilter in die Kamera eingebaut und ein OWB-Clip-Filter in die Gehäusefassung gesetzt. Das geht einfach, ohne Verwendung von Werkzeug. Anschließend kann die Kamera wie gewohnt verwendet werden, inkl. diverser Objektive. Einzige Ausnahme: die Canon EF-S Objektive können nicht mehr eingesetzt werden, da sie zu tief in der Fassung sitzen. Bei Nacht kann man dann die Vorteile des Ausbaus genießen: erhöhte H-Alpha-Empfindlichkeit, verbesserte Schärfeleistung, reduziertes Hintergrundrauschen durch Verkürzung der Belichtungszeiten und geringere Farbabweichung bei Linsenobjektiven durch eine steilere Blockierung des UV-Lichts. Als weiterer Vorteil kann die Nutzung diverser Clip-Filter genannt werden. Beispielsweise habe ich mir einen CLS-Filter (siehe Abbildung) dazu geholt, der Lichtverschmutzungen (Grenzgröße schlechter ca. 6,3 mag) kompensiert und einen verbesserten Kontrast liefert. Wie dramatisch das funktioniert, habe ich dann bei einer ersten Testaufnahme am Jupiter erfahren. Weitere Filter können für verschiedene Anwendungsgebiete jederzeit ergänzt werden. Mit dieser Lösung hat man quasi eine wirkliche Konkurrenz zu einer CCD-Kamera in der Hand. Die neue Bezeichnung der Kamera lautet ab sofort: Canon 1000Da - wobei das (a) für astromodifiziert steht. Inzwischen wurde auch die zweite Canon-Kamera umgebaut, die nun auf die Bezeichnung Canon 700Da hört und noch lichtempfindlicher ist.

DMK21AU618.AS

Die DMK21AU618.AS ist eine CCD-Kamera von der Bremer Firma "The Imaging Source (TIS)", die es ermöglicht mit 60 fps Bilder von Planeten aufzunehmen. Zusätzlich enthält sie bereits den neuen CCD-Chip von Sony ICX618ALA, der eine Lichtempfindlichkeit von nur 0,015 lx aufweist und eine Pixelgröße von 5,6 µm besitzt. Weiterhin enthält diese Kamera keinen IR-Sperrfilter und ein geringes Rauschen bei kurzen Belichtungszeiten. Sie besitzt die Auflösung einer herkömmlichen Webcam von 640x480 Pixel, stellt die Objekte aber monochrom dar und verwendet keine Kompression. Durch die s/w-Darstellung besitzt diese Kamera eine wesentlich höhere Empfindlichkeit, als Farbkameras. Allerdings werden auch ein Filterrad und LRGB-Filter benötigt, wenn man Farbaufnahmen gewinnen möchte. Ich habe mir die Kamera als Ergänzung zu meiner DSLR-Kamera gekauft, da hiermit die Planeten wesentlich exakter und schärfer ablichtbar sind und ich erste Erfahrungen mit der CCD-Technik gewinnen wollte. Immerhin werden durch eine kurze Videosequenz im AVI-Format ca. 2.000 Bilder geschossen, was mit einer DSLR-Kamera so nicht machbar wäre. Dadurch kann dann das Seeing überlistet und Luftunruhen herausgefiltert werden. Zusätzlich möchte ich den Mond und die Sonne damit ablichten sowie kleine Experiemente mit Deep-Sky-Aufnahmen machen. Da die Kamera sehr lichtempfindlich ist, aber ungekühlt betrieben wird, sind kurze Aufnahmesequenzen über einen längeren Zeitraum machbar. Aufgrund der Gabelkonstruktion meines LX90-Teleskops, lassen sich sowieso nur kurze Aufnahmezeiten realisieren, weshalb sich die DMK-Kamera dafür optimal eignet. Da TIS diverse CCD-DMK-Kameras anbietet, fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Schließlich sprachen aber die Vorteile für die DMK21AU618.AS. Der einzige Nachteil der geringen Formatgröße kann durch Mosaikbildung wieder wettgemacht werden; auch wenn dies längere Aufnahmezeiten am Teleskop bedeutet. Die Kamera wurde wieder im Mai 2016 verkauft, da nach Anschaffung des C11-Teleskops die Ausschnitte am Mond noch kleiner wurden und die Mosaikbearbeitung einfach zu viel Arbeit gemacht hätten. Zudem tauchten neue Kameras am Markt auf, die Vorteile im Bereich Pixelgröße, Rauschen und Auflösungsvermögen mit sich brachten.

A.S.I. 178MM

Neben den Kameras der DMK-Serie, machen seit 2014 die CMOS-Kameras des chinesischen Herstellers ZWOptical auf sich aufmerksam. Hierbei hat sich die ASI 120MM USB2.0 einen sehr guten Ruf im Bereich der Planetenkameras binnen kürzester Zeit erarbeitet. Sie kostete nicht nur die Hälfte der legendären DMK21AU618.AS-Kamera, sondern bot auch noch eine größere Auflösung, bei kleinerer Pixelgröße an. Zusätzlich ließ sich die Framerate auf über 60 fps nutzen. Dadurch konnten an Planeten noch mehr Details aufgezeichnet werden, als dies vorher mit der DMK möglich war, wenn man das gleiche Equipment dabei heranzog. Die Kamera hatte so viel Erfolg in der Astroszene, dass der Hersteller ab 2015 einige neue Modelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten nachschob. Ich habe mir im Frühjahr 2016 die monochrome CMOS-Kamera A.S.I. 178 MM USB3.0 angeschafft, da diese einige neue Eigenschaften bot, bei der die DMK-Kamera nicht mehr mitkam. Dazu gehörte u.a. der Sony CMOS-Sensor IMX178 mit einer Pixelgröße von nur 2,4 µm. Das ist die Hälfte des DMK-Sensors, wobei die Auflösung jetzt auf 3096x2080 Pixel gesteigert wurde. Hinzu kommt das sehr geringe Ausleserauschen, welches bei 1,44e bei 27dB liegt. Durch die kleineren Pixel benötigt man an einem SC-Teleskop keine Brennweitenverlängerung mehr. Das Objekt wird dadurch größer dargestellt, als dies noch bei 6m Brennweite (und dem Einsatz einer Barlowlinse) möglich gewesen ist. Zusätzlich können diverse Auflösungen frei eingestellt werden, so dass sich auch Übersichtsaufnahmen machen lassen, ohne die Kamera dabei bewegen zu müssen. Man bleibt somit immer im richtigen Fokus und muss das Objekt nicht immer wieder neu suchen. Das 2x2-Binning, das Zusammenfassen von Pixelblöcken, wird ebenfalls ermöglicht, so dass man einen besseren Signal-/Rauschabstand bekommt und die Kamera auch für erste Deep-Sky-Aufnahmen nutzen könnte. Inzwischen gibt es die Kamera sogar mit aktiver Kühlung. Insgesamt sehr interessante Möglichkeiten, die die Nutzung meiner DMK-Kamera weiter in den Hintergrund treten lassen werden.

ZWO Atmospheric Dispersion Correktor (ADC)

Ein Atmospheric Dispersion Correktor (ADC) korrigiert die Farbverschiebung durch atmosphärische Dispersion und kann dadurch die Schärfe bei Mond- und Planetenaufnahmen erhöhen, wenn diese niedrig über dem Horizont stehen. Denn in diesem Fall entsteht ein Effekt, der ähnlich wie ein Prisma funktioniert: die Objekte werden verzogen und erhalten eine Farbverschiebung. Das liegt daran, weil die Lichtwellen unterschiedlich stark gebrochen werden (z.B. wird rotes Licht anders gebrochen, als blaues Licht). Das ADC kann diesen Effekt kompensieren, indem eines der beiden Prismen während der Beobachtung oder Fotografie verdreht wird. Farbränder gehören damit der Vergangenheit an, was besonders bei Farbkameras große Auswirkungen hat. Aber auch s/w-Kameras wie meine A.S.I. 178 MM proftieren von einer höheren Schärfeleistung und besserer Auflösung. Je tiefer das Objekt steht, desto stärker kann die Kompensation erfolgen. Für die richtige Wirkung muß der Korrektor richtig zum Horizont orientiert sein. Das ist üblicherweise dann der Fall, wenn die übereinanderstehenden Griffe des Kompensators parallel zur Horizontlinie im Okularauszug liegen. Durch Verdrehen der Griffe um den gleichen Betrag, aber in entgegengesetzte Richtungen, kann man nun die Prismen so verdrehen, daß sich ihre Wirkungen nicht mehr aufheben. Sollte das Bild schlechter werden, muss in die jeweils andere Richtung verstellt werden. Zu beachten ist, daß sich bei parallaktisch montierten Teleskopen im Laufe der Zeit die Lage zum Horizont ändert, das muß natürlich beachtet werden. Die Handhabung ist einfach, auch wenn durch die Ausrichtung der Prismen der Planet immer wieder aus dem Sichtbereich verschwindet. Der ADC von ZWOptical wird einfach zwischen das Filterrad und den Okularauszug gesetzt. Den Unterschied kann man gut erkennen, wenn man dieses Bild mit der ASI-Kamera-Abbildung vergleicht.

C11-Teleskop mit HyperStar

Um ein C11-Teleskop noch lichtstärker verwenden zu können, kann ein HyperStar-Korrektursystem genutzt werden. Dadurch wird aus einem Schmidt-Cassegrain-Teleskop eine lichtstarke Schmidt-Kamera. Das Öffnungsverhältnis ändert sich von 1/10 auf sagenhafte 1/2. Das ist eine Lichtstärke, die eigentlich nur von aufnahmespezialisierten Astrographen erreicht wird. Dazu muss allerdings der Fangspiegel abgeschraubt und durch die HyperStar-Optik ersetzt werden. Mein C11-Teleskop ist bereits FastStar kompatibel, weshalb dies ohne große Umbauarbeiten vonstatten geht. Allerdings kommt man beim ersten Mal schon etwas ins Schwitzen, weil man nicht auf die Schmidt-Platte aus Versehen kommen möchte. Das HyperStar ist ein mehrlinsiges Korrektursystem, welches anstelle des Fangspiegels eingesetzt wird und die Fehler des Hauptspiegels komplett korrigiert. Coma und Bildfeldwölbung werden dabei eliminiert, so dass ein großes und ebenes Bildfeld entsteht. Die Fokussierung wird ganz normal über den Hauptspiegel eingestellt. Die Brennweite ändert sich gegenüber der normalen SC-Anordnung von 2.800 mm auf 560 mm. Durch die geringere Brennweite und die hohe Lichtstärke muss kein Autoguiding mehr verwendet werden. Bilder mit einer Belichtungszeit von 2 min sind dadurch ohne Probleme möglich. Ein weiterer Vorteil des fehlenden Autoguidings: man kann die Montierung die Nacht durchlaufen lassen und den automatischen Meridian-Flip nutzen, da das Teleskop auch in dieser Konstellation nirgens anschlagen kann. Die Abbildungsqualität ist mit astrofotografischen RC-Systemen vergleichbar und die Auflösung ist hochauflösenden Chips angepasst. Die Abschattung durch die vor der Optik sitzenden Kamera ist zu vernachlässigen. Durch die notwendige Kabelausführung erhalten die Sterne sogar noch passende Spikes hinzu, was oftmals sehr ästhetisch aussieht und von Newton-Teleskopen bekannt ist. Schön ist aber auch, dass man das C11-System nicht jedes Mal neu kollimieren muss, da der Fangspiegel komplett mit seinen Justierelementen rausgeschraubt und durch eine Nut gekennzeichnet auch genauso wieder eingeschraubt wird. Das HyperStar-System selbst muss anfangs justiert werden, aber kann danach weiter unverändert verändert werden. Die Einsatzmöglichkeiten eines C11-Teleskops werden damit enorm erweitert.

SC-Teleskop mit Refraktor

Für die Fotografie wurde zusätzlich ein Refraktor ED APO 70/420mm Piggyback auf das Schmidt-Cassegrain-Teleskop montiert. Der Refraktor besitzt eine Brennweite von 420 mm, bei einem Öffnungsverhältnis von f/6. Das Nettogewicht beträgt nur 1,7 kg, da man als Material Carbon verwendet hat. Zur Fotografie wurde ein Flattner zusätzlich angeschafft, damit die Bildecken gleichmäßig geebnet werden. Dies ist notwendig, da der Refraktor für die visuelle Beobachtung optimiert wurde, der Kamerachip aber im Gegensatz zum Auge keine Wölbung aufweist. Zusätzlich ist der Abstand zum Aufnahmechip der Kamera zu berücksichtigen, der 109 mm betragen soll. Auch an meinem APO130-Refraktor kann der Flattner problemlos eingesetzt werden. Der Refraktor ist mit einem Crayford-Auszug ausgestattet, der eine feinere Scharfstellung ermöglicht und 1,25" sowie 2" Okulare aufnehmen kann. Ebenfalls ist eine Tauschutzkappe direkt integriert, was für Langzeitaufnahmen wichtig ist. Zur Befestigung an Stativen oder Montierungen kann ein vorhandener L-Winkel mit einer Fotostativschraube verwendet werden. So kann er sowohl am SC-Teleskop, als auch am APO130-Refraktor zusätzlich befestigt werden. Die Öffnung besitzt 70 mm oder 2,76". Das Auflösungsvermögen liegt bei 1,65". Ich habe nur positive Erfahrungen mit diesem Refraktor gemacht und kann ihn anstandslos empfehlen. Die Fotoqualität ist als gut zu bezeichnen. Auch die Beobachtung macht damit Spaß und stellt eine interessante Alternative zum SC-Teleskop dar, um größere Himmelsausschnitte miteinander vergleichen zu können. Natürlich reicht er weder in der Vergrößerung noch in der Brennweite an das SC-Teleskop heran. Aber für seine Größe ist die Abbildungsqualität enorm. Er kann auch mobil auf meiner AstroTrac sehr gut verwendet werden, wodurch er universell einsetzbar ist.

SC-Teleskop mit Crayford-Auszug

Um die selben Einstellmöglichkeiten am SC-Teleskop zu bekommen wie am Refraktor, wurde ein Crayford-Auszug angeschafft. Ein Crayford-Auszug ermöglicht eine feinfühligere Fokussierung und kompensiert das Shifting (Kippeln) des Hauptspiegels. Dies ist nämlich ein häufiges Problem von Schmidt-Cassegrain-Teleskopen. Das Bild kann durch Verkippen des Hauptspiegels verwackeln oder die Schärfe verstellt sich ab und zu von selbst. Dies wird bei einigen Modellen (wie z.B. LX200 von Meade) durch Fixierschrauben gelöst, die den Hauptspiegel in seiner Position halten. Das LX90-Teleskop hat diese Möglichkeit nicht, weshalb ein Crayford-Auszug notwendig wurde. Obwohl eine Arretierung des Hauptspiegels nicht möglich ist, kann man das Problem nun umgehen, indem man gegen den Uhrzeigersinn grob fokussiert. Dann liegt der Hauptspiegel auf der Fokussiermechanik auf und behält die Position, selbst bei langen Belichtungszeiten. Der Vorteil ist, dass man nun nahe am Fokuspunkt hin- und herfahren kann und so präzise den Fokuspunkt trifft. Auch ist die Scharfstellung mit dem Crayford-Auszug durch die 1:10-Mikroumsetzung etwa um den Faktor 3-4 feiner, als mit dem relativ groben Fokussierknopf des Teleskops, was auch für Geräte mit Hauptspiegelfixierung gilt.

SC-Teleskop mit Tauschutzkappe

Für längere Belichtungen und Reihenaufnahmen sollte die Teleskopoptik gegen Tau und Nässe geschützt werden. Dies lässt sich am besten mittels einer Tauschutzkappe bewerkstelligen, wie sie hier abgebildet ist. Dabei gibt es bei einem Celestron C11-Teleskop mehrere Möglichkeiten, wie z.B. flexible Matten, die zu einer Kappe zusammengerollt werden können. Diese gibt es auch zum Teil mit integrierter Heizmanschette, um die Feuchtigkeit noch länger von der Optik fern zu halten. Die flexiblen Taukappen sind zwar um ein Vielfaches günstiger, als ihre starren Kollegen, aber nicht so gut einsetzbar für eine Flatfield-Aufsatzlösung. Denn die flexiblen Taukappen sind nicht in der Lage einen solchen Aufsatz sicher zu halten. Hinzu kommt, dass bei einem HyperStar-Einsatz die Aussparungen an den Seiten fehlen, um die vorhandenen Kabel (Stromversorgung und Fernbedienung der Kamera) herauszuführen. Deshalb habe ich mich für eine starre Taukappe von Astrozap entschieden, die farblich perfekt zu meinem C11-Teleskop passt und mittels Schrauben an den Tubus geklammt wird. Sie schützt durch ihre Länge hervorragend gegen Tau und Aussparrungen verhindern eine Kollision mit der Prismenschiene bzw. ein Ausführen der Kontroll-/Stromkabel. Obwohl in den Astro-Foren oftmals steht, dass eine Belüftung notwendig ist, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass auch ohne elektrisches Zusatzequipment die Tauschutzkappe gut funktioniert. Bei Bedarf könnte zusätzlich eine Heizmanschette angeschafft werden, die aber bislang aufgrund der Baulänge nicht notwendig wurde. Auch für die visuelle Beobachtung ist eine Taukappe bei SC-Teleskopen übrigens unerlässlich, da die Schmidt-Platte sonst in fast jedem Fall beschlägt und eine Durchsicht auf einen längeren Zeitraum erschwert bzw. unmöglich werden lässt. Vergisst man die Taukappe beim SC-Teleskop zu montieren, wird dies daher in den meisten Fällen in eine kurze Beobachtungs- oder Fotografie-Nacht münden. Dann hilft nur noch der vorsichtige Einsatz eines Föns, um die beschlagene Schmidt-Platte vom Tau zu befreien.

Bahtinov-Maske am SC-Teleskop und ED70

Die Bahtinov-Maske ist eine Scharfstellhilfe für Teleskope, ähnlich einer Scheinerblende. Speziell für die Astrofotografie ist sie sehr nützlich, da oftmals eine Scharfstellung an größeren Objekten, wie z.B. dem Mond oder Planeten, auf visueller Basis und der Live-View-Möglichkeit der Kamera erfolgt. Durch Live-View und der Zoom-Möglichkeit können bereits gute Ergebnisse erzielt werden. Optimalere Ergebnisse würden bei Anschluss eines Laptops an die Kamera erzeugt werden, da dann ein größeres Display zur Verfügung steht. Da ich persönlich ungern mein Laptop bei Minusgraden oder hoher Luftfeuchtigkeit in den Garten schleppe, habe ich davon bisher immer Abstand genommen und mich auf den Live-View verlassen. Die Bahtinov-Maske kann nun die Fokuseinstellung weiter verbessern und ist evtl. auch der Laptop-Variante überlegen. Die Maske wird auf das vorderste optische Element gelegt und auf einen hellen Stern ausgerichtet. Die Maske erzeugt nun ein strahlenförmiges Muster im Blickfeld des Betrachters. Der ideale Schärfepunkt ist dann erreicht, wenn der längste Strahl mittig erscheint und eine völlige Bildsymmetrie hergestellt ist. Dies kann sehr schnell erreicht werden. Anschließend entfernt man vorsichtig die Maske wieder, ohne auf die Optik zu fassen, und beginnt mit der visuellen Beobachtung oder der Astrofotografie. Ein wirklich sehr nützliches Hilfsmittel für optimale Schärfe und Fokus. Leider muss man für jede Optik eine passende Maske anschaffen, wie die Abbildung zeigt (also auch für den kleineren Refraktor). Da sich die Kosten aber sehr im Rahmen halten, stellt dies aber nicht nicht wirklich ein Problem dar.

Cuzdi-Maske am APO130

Die Cuzdi-Maske ist wie die Bahtinov-Maske ebenfalls eine Scharfstellhilfe für Teleskope oder Kameraobjektive. Sie unterscheidet sich jedoch von der bekannten Bahtinov-Maske dadurch, dass sie für jede Optik speziell berechnet wird. Sie ist dadurch kein Massenprodukt, sondern wird separat beauftragt und explizit für den Hobbyastronomen hergestellt. Dazu werden verschiedene Randparameter der Optik benötigt, wie z.B. Pixelgröße der Kamera, verwendete Wellenlänge, Brennweite des Teleskops, Innen- der Optik und Außendurchmesser der Optik. Wenn alle Daten vorliegen, wird die Maske aus stabilem Blech zugeschnitten. Im meinem Fall wurde ein Kompromiss gefertigt, da ich mit dem APO130 die Brennweiten 910 mm (ohne Reducer) und 718 mm (mit Reducer) nutzen kann. Es wurde daher die Maske auf 808 mm berechnet, da ich ansonsten zwei Masken nutzen müsste. Mit meinen DSLR-Kameras ist dies aber ein gangbarer Kompromiss. Normalerweise wird die Wellenlänge auf 573 nm angenommen, da dies ebenfalls einen guten Mittelwert zwischen verschiedenen Schmalbandfiltern (OIII bei 500 nm, H-Alpha bei 656 nm) darstellt. Die Wellenlänge von 573 nm passt auch, wenn man LRGB-Bilder nutzt oder mit einer DSLR-Kamera arbeitet. Für das Beugungsmuster werden Stege zu Spalten mit dem Faktor 7 vom Hersteller Sandor Cuzdi empfohlen. Die Spalt- und Stegbreite wird aus den Teleskop- und Sensordaten berechnet. Nach der Fertigung erhält man eine Maske, die wesentlich genauer unter Live-View das strahlenförmige Muster anzeigt, welches zum Fokussieren benötigt wird. Daher lassen sich mit der Cuzdi-Maske wesentlich genauere Ergebnisse erzielen, als teilweise mit der Bahtinov-Maske.

Binoadapter

Die beidäugige Beobachtung durch ein Teleskop wird meistens nicht praktiziert, obwohl die Beobachtung selbst dadurch viel entspannter vorgenommen werden kann. Das liegt zum einen daran, dass ein Binoadapter angeschafft werden muss. Dieser teilt das ankommende Licht auf zwei Wege auf, wodurch auch die Lichtstärke des Teleskops heruntergesetzt wird. Daher eignen sich zur Beobachtung nur helle Objekte, wie Sonne, Mond, Planeten und Kugelsternjaufen. Zum anderen sind dadurch auch doppelt so viele Okulare notwendig, da jedes Exemplar zweimal vorhanden sein muss. Zusätzlich erschwert der Binoadapter die Fokussierung an manchen Teleskopen (z.B. Refraktoren), da der Brennpunkt sich verschiebt. Hier muss dann ein Glasweg-Ausgleich erfolgen. Und zu guter Letzt bekommen manche Beobachter die beiden Bilder im Kopf nicht übereinandergelegt. Ich habe mir für mein Schmidt- Cassegrain-Teleskop den Binoadapter Baader MaxBright angeschafft, um den Mond und Planeten dreidimensional ansehen zu können. Und ich war am ersten Abend auch misstrauisch, ob das klappen wird. Beim ersten Versuch hatte ich auch ernsthafte Probleme ein einheitliches Bild zu erkennen. Nach der Dioptrien-Einstellung und dem richtigen Augenabstand (beides kann man beim MaxBright einfach und qualitativ gut umsetzen) habe ich mich dann aber noch einmal an die Beoachtung gewagt und war schlichtweg überwältigt. Der Mond stand wahrhaftig dreidimensional vor meinen Augen. Durch die Verwendung von 70-Grad-Weitwinkel-Okularen erhält man praktisch keine Randabschattung. Man hat daher das Gefühl vor dem Objekt zu schweben, was besonders beim Mond eindrucksvoll ist. Durch die Nutzung von zwei Augen ermüdet man auch nicht mehr so schnell bei der Beobachtung. Zudem wirkt speziell der Mond nicht mehr so hell, weshalb kein weiterer Graufilter benötigt wird. An meinem SC-Teleskop kommt man zusätzlich auch immer in den korrekten Fokus, so dass ich meistens vor einer Aufnahme-Sitzung erst einmal selber durch mein Teleskop das Objekt anschaue.

AVL-Equipment in Wührden

Die kleine Sternwarte in Wührden bei Lilienthal enthielt eine parallaktische GP-DX-Montierung, auf die der Refraktor ED80 von Skywatcher mit 600 mm Brennweite und das Leitrohr ED70 mit 420 mm Brennweite zum Autoguiding montiert waren. So fing man in der AVL-Fotogruppe an, als die Fotografie im Jahr 2009 unter professioneller Anleitung von Gerald Willems gestartet wurde. Anhand des Programms PHD Guiding konnte das Leitrohr mittels einer Webcam in Betrieb genommen werden. Teilweise sind durch den Refraktor ED70 auch Fotos gemacht worden, da er eine sehr gute Optik aufweist. In der Abbildung sieht man die angeschlossene DSLR-Kamera sowie ein Laptop, welches neben dem Autoguidung auch die Ansteuerung der Nachtobjekte mittels "Cartes du Ciel" vornahm. Da von Haus aus keine Goto-Einrichtung vorhanden war, musste man sich so helfen. Das Laptop wurde mittels einer seriellen Schnittstelle an die Steuerung angeschlossen, was mittels einer USB-Emulation getan werden kann. Alternativ stand somit in unserem Vereinsheim bei der AVL eine parallaktische Montierung mir zur Verfügung, die natürlich andere Belichtungszeiten erlaubte, als die meiner LX90-Gabelmontierung. Durch die Anschaffung einer eigenen parallaktischen Montierung ist allerdings die Nutzung der Sternwarte endgültig in den Hintergrund getreten, die auch heute weitere Gerätschaften enthält und deutlich ausgebaut wurde. So kann man jetzt in der großen sowie der kleinen Sternwarte in Wührden parallel die Teleskope zur Astrofotografie nutzen. Da allerdings bei schönem Wetter die Sternwarten durch andere Hobby-Astronomen aus dem Verein meistens belegt sind sowie schneller und gemütlicher im eigenen Garten beobachtet werden kann, nutze ich selbst kaum das AVL-Equipment. Meistens kommt es daher in größeren Abständen eher zu gemeinsamen Beobachtungsabenden, an denen die Teilnehmer auch ihr eigenes Equipment mitbringen und unterschiedliche Teleskope ausrichten. Diese "Nacht der Teleskope" ist daher ein fester Bestandteil des AVL-Vereinslebens geworden, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Reinigungsswaps zur Sensorreinigung

Ein Thema, dass irgendwann auf jeden Spiegelreflexnutzer zukommt, ist die Sensorreinigung. Der große Vorteil der flexiblen Objektivwahl wird durch die Nachteile des Materialabriebs und Staubansammlung vor dem Fotosensor aufgewogen. Fotostudios neigen dazu aus diesem Grund ein universelles Objektiv von 18-200 mm anzubieten, damit man das Objektiv nie wechseln muss. Dies kann in der Astrofotografie jedoch nicht die Lösung sein. Daher muss man sich wohl oder übel mit dem Thema auseinandersetzen, wenn man kontinuierlich fleckenlos fotografieren will. Eine Möglichkeit ist es, die Kamera in ein Fotostudio zu geben und die Reinigung dort vornehmen zu lassen, was auf Dauer aber höhere Kosten nach sich ziehen würde und im Urlaub nicht hilfreich ist. Daher habe ich die Reinigung selbst vorgenommen, durch die Produkte VisibleDust Ultra-MXD Vswabs für Sensorreinigung und VisibleDust Smear Away Reinigungslösung. Die Swabs für die Sensorreinigung passen exakt auf den Sensor bzw. dessen Breite (1.6x bei meiner Canon 1000D), so dass man mit ein paar Wischern den Sensor komplett sauber bekommt. Die Reinigungslösung enthält dabei kaum Alkohol und verfliegt sofort (4-8 Tropfen reichen pro Reinigung) - ohne jegliche Schlierenbildung. Aus meiner Sicht die beste Lösung für die Selbstreinigung, da man vor entsprechenden Mißerfolgen (inkl. Kratzer auf dem Sensor) bewahrt wird, wenn man bei jeder Reinigung einen neuen Swab benutzt. 12 Swabs sind in einer Packung im Übrigen enthalten.


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