Astronomy

Das Thema Astronomie beschäftigte mich schon während des Studiums, Anfang der 1990er Jahre. Die Sternenkunde und auch die stetige Entwicklung des Menschen, um in den Weltraum zu gelangen, ist sicherlich eines der spannensten Kapitel unserer Tage. Nachdem ich mein erstes Teleskop (ein sog. Kaufhaus-Newton) bekommen hatte und damit in Bremen die ersten Erfahrungen sammeln konnte, ebbte das Interesse allerdings langsam wieder ab. Das lag zum einen an den relativ wenigen Objekten, die man in Bremen sich ansehen konnte, da hier die Lichtverschmutzung wie bei allen Großstädten entsprechend hoch ist. Zum anderen war mein damaliger Newton - Marke Kaufhausteleskop - nicht in der Lage schwierigere (lichtschwache) Objekte abzubilden bzw. diese manuell ruhig nachzuführen. Zwar habe ich es damals mit diesem Gerät irgendwie geschafft 1994 in Grasberg bei Bremen den Einschlag des Shoemaker-Leavy-Meteroidens auf dem Jupiter wahrzunehmen, aber in Bremen selbst blieb man letztendlich am Objekt des Mondes und der Planeten hängen. Familie und Beruf taten ein übriges, um mich mit dem Thema Astronomie nicht weiter zu beschäftigen. Erst 2007, mit der Besichtigung des großen Observatoriums Gemini in Chile, flammte das Interesse erneut wieder auf.

Damals stand für mich fest, dass diesmal ein professionelles Teleskop mit Goto-Ausrüstung und entsprechender Nachführung her musste, um den Spaß nicht gleich wieder zu verlieren. Zusätzlich schloß ich mich einer Astronomievereinigung an, die, wie es der Zufall so wollte, sich direkt vor meiner Haustür gebildet hatte: die Astronomische Vereinigung in Lilienthal (AVL). Durch die AVL hatte ich jetzt auf einmal die Möglichkeit meine astronomischen Interessen mit Anderen zu teilen und Erfahrungen auszutauschen. Zusätzlich werden einmal pro Jahr Fahrten zu interessanten astronomischen Standorten durchgeführt. Später bin ich dann noch in die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) eingetreten und bin dort in den Fachgruppen Astrofotografie, Planeten und Kometen aktiv. Zwar sitzen die Hobby-Astronomen alle verstreut in Deutschland, so dass man sich nur auf gemeinsamen Tagungen (z.B. BoHeTa und Deep-Sky-Treffen in Bebra) sehen kann, aber über die Mailinglisten findet ein reger Ausstausch statt, der seinesgleichen sucht.

Neben der Goto-Ausrüstung, die mittels Computertechnik in der Lage ist beliebige Sterne automatisch anzufahren, war es mir bei meinem neuen Teleskop auch wichtig die Astrofotografie mit einzuplanen. Dadurch wollte ich drei Hobbys von mir unter einen "Hut" bringen: Astronomie, Computer und Fotografie. Da ich inzwischen in Grasberg vor den Toren Bremens lebe, haben sich nun auch die Möglichkeiten der Beobachtung des Sternenhimmels deutlich verbessert. In klaren Nächten kann man in Grasberg die Milchstrasse mit bloßem Auge sehr schön erkennen. Ein heutzutage seltenes Vergnügen, bei der zunehmenden Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtungen, strahlenden Werbetafeln oder Garten-LEDs. Unabhängig vom Ort des Teleskops (bei mir zu Hause oder in der AVL-Sternwarte) können daher teilweise optimale Seeing-Werte erreicht werden.

Auf diesen Seite möchte ich nun meine eigenen Erfahrungen darstellen und auch aktuelle Bilder von mir zeigen (es geht weiter, wenn man jeweils auf die Bilder klickt):

AVL-Vereinsheim in Wührden

Die Astronomische Vereinigung in Lilienthal (AVL) wurde im Juni 2000 gegründet. Die ursprünglichste Form der Natur, das Weltall, in Beobachtung, in der Fotografie, in Veranstaltungen und in Vorträgen gemeinsam zu erleben, ist das Ziel der AVL. Ein besonderes Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche für die Astronomie zu begeistern und sie in das Vereinsleben der AVL einzubinden. Lilienthal hat zusätzlich eine große astronomische Geschichte. Durch Johann Hieronymus Schroeter (1745-1816) - Oberamtmann und Astronom - wurde Lilienthal an der Wende zum 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Astronomie in Europa. Hier stand die größte Sternwarte des europäischen Kontinents. In Lilienthal entdeckte Karl Ludwig Harding den Kleinplaneten JUNO. Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846), der erstmals die Entfernung eines Fixsterns bestimmte, verbrachte seine astronomischen "Lehrjahre" als Sternwarteninspektor in Lilienthal. Zusammen mit Wilhelm Olbers in Bremen gingen von Lilienthal entscheidende Impulse für die Astronomie des 19. Jahrhunderts aus. Ein kleines Video, das im Rahmen des Videoprojektes "Weites Land" entstanden ist, stellt auch die AVL kurz vor und die Hintergrundgeschichte von Lilienthal.

Vereinigung der Sternenfreunde e.V.

Die Vereinigung der Sternenfreunde e.V. ist zahlenmäßig der stärkste Verband von Amateurastronomen in Deutschland mit über 4.000 Mitgliedern. Zu den Mitgliedern zählen Hobby- und Fachastronomen, Volkssternwarten, Schulsternwarten, Planetarien, astronomische Vereine sowie Arbeitsgemeinschaften. Die VdS wurde bereits 1953 in Berlin gegründet und unterhält bis heute 18 Fachgruppen, die seit 1983 aktiv sind. Ich bin Anfang 2013 beigetreten und in den Fachgruppen Planeten, Kometen und Astrofotografie aktiv. Weitere Arbeitsgruppen befassen sich u.a. mit der Geschichte, der Sonne und der visuellen Deep-Sky-Beobachtung. Die VdS besitzt wie die AVL eine Vereinszeitschrift - das sog. VdS-Journal, welches bereits einen sehr guten Ruf in Astronomiekreisen besitzt, da hier fundierte Berichte von Hobbyastronomen für Hobbyastronomen geschrieben werden. Insgesamt kommen in den vier Ausgaben pro Jahr so an die 450 Seiten Fachwissen zusammen. Seit 2003 veranstaltet die VdS einen Astronomietag, der von vielen Sternwarten in Deutschland aufgegriffen wurde, so dass an diesem Tag alle öffentlichen Sternwarten den Besuchern zur Verfügung stehen. Auch die AVL beteiligt sich jedes Jahr an dieser Aktion. Zusätzlich werden Fachveranstaltungen organisiert, wie z.B. die Bochumer Herbsttagung (BoHeTa) und das Deep-Sky-Treffen in Bebra.

Sonnenfinsternis auf La Réunion

Die Astronomische Vereinigung Lilienthal (AVL) unternimmt in regelmäßigen Abständen Vereinsfahrten, die zu interessanten astronomischen Orten führen. Zusätzlich bin ich selbst auch relativ häufig beruflich unterwegs, wodurch ich teilweise zufällig an interessante Orte gelange, die mit der Astronomie zu tun haben. So war ich beispielsweise in Chile (La Serena) in den Anden, wo heutzutage die größten optischen Teleskop der Welt sich befinden, da dort eine absolute Trockenheit herrscht und eine sehr große Luftruhe - sprich: die besten optischen Bedingungen für ein ausgezeichnetes Seeing. Auch konnte der Kennedy Space Center (KSC) im US-Bundestaat Florida besucht werden, um den Weltraumbahnhof der USA kennenzulernen. Zu diesen Fahrten findet man an dieser Stelle eine Kurzbeschreibung mit exemplarischen Fotos. Daraus wird deutlich, dass das Hobby Astronomie nicht nur visuell und fotographisch begeistern kann, sondern auch die Geschichte oder die heutige Raumfahrt sehr interessant sind. Auf dem linken Bild sieht man mich z.B. während einer Sonnenfinsternis auf La Réunion im indischen Ozean. Dadurch lässt sich auch ein Bogen zu einem weiteren Hobby von mir spannen: das Reisen.

Teleskop-Equipment

Zur visuellen Beobachtung oder zur Fotografie sollte ein entsprechendes Teleskop vorhanden sein. Alternativ kann man dies natürlich auch in einem Verein wie der AVL gemeinschaftlich nutzen, ohne sich in teilweise teure Anschaffungen stürzen zu müssen, oder mit einem Fernglas starten. Das Wort Teleskop bezeichnet heute alle Instrumente, die elektromagnetische Wellen sammeln und bündeln, um auch weit entfernte Objekte und Vorgänge besser beobachten zu können. Es wurde bis weit in das 20. Jahrhundert hinein gleichbedeutend mit Fernrohr benutzt. Das Teleskop soll 1608 von Hans Lipperhey erfunden worden sein, noch bevor Galileo Galilei es ein Jahr später zur Sternenbeobachtung einsetzte. Für den Hobby-Astronomen können verschiedene Arten in Frage kommen, die alle unterschiedliche Bauarten nutzen, um das schwache Licht der Sterne einfangen zu können. Zu nennen sind vornehmlich: Refraktor, Newtonspiegel, Schmidt-Cassegrain und Dobson. Zusätzlich gibt es diverse Abwandlungen dieser Bauarten. Auf dem linken Bild ist ein klassisches Schmidt-Cassegrain-Teleskop zu erkennen, dessen Bauart Hobby-Astronomen aufgrund seiner Kompaktheit so schätzen.

Mond

Der Mond ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Seit den Entdeckungen von Trabanten bei anderen Planeten des Sonnensystems, die auch als Monde bezeichnet werden, wird er zur Vermeidung von Verwechslungen auch Erdmond genannt. Er ist mit einem Durchmesser von 3.476 km der fünftgrößte Mond unseres Sonnensystems. Aufgrund seiner verhältnismäßigen Nähe ist er der einzige fremde Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde und somit auch der am weitesten erforschte. Auch wenn dies heute von einigen Erdbewohnern nicht mehr geglaubt und von diesen als größte Verschwörungstheorie der Menschheit angesehen wird. Das wir wirklich dort waren ist aber in wissenschaftlichen Kreisen unbestritten und kann auch alleine durch die vielen Gesteinsproben vom Mond nachgewiesen werden, die bis heute immer noch nicht komplett untersucht wurden. Zusätzlich geben uns die Reflektoren, die die Astronauten damals auf dem Mond gelassen haben, die Möglichkeit eine exakte Laser-Abstandsbestimmung vorzunehmen. Seitdem wissen wir z.B., dass sich der Mond von der Erde stetig um 3,8 cm weg bewegt. Trotz der Forschung gibt es noch viele Unklarheiten, etwa in Bezug auf seine Entstehung und manche Geländeformen. Die jüngere Entwicklung des Mondes ist jedoch weitgehend geklärt.

Planeten unseres Sonnensystems

Ein Planet ist ein Himmelskörper, der sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegt, dessen Masse groß genug ist, dass sich das Objekt im hydrostatischen Gleichgewicht befindet – und somit eine näherungsweise kugelähnliche Gestalt besitzt – und der das dominierende Objekt seiner Umlaufbahn ist, das heißt, diese über die Zeit durch sein Gravitationsfeld von weiteren Objekten "geräumt" hat. Da Pluto nicht alle Definitionen erfüllt, wurde er im Jahr 2006 zu einem Zwergplaneten degradiert und gehört heute daher nicht mehr zu den Hauptplaneten unseres Sonnensystems. Obwohl Objekte, die einen anderen Stern als die Sonne umlaufen, ebenfalls nicht unter diese Definition fallen, werden diese manchmal auch als "Planeten" bezeichnet. Zur Abgrenzung von den Planeten des Sonnensystems werden diese Körper "extrasolare Planeten" oder "Exoplaneten" genannt. Darüber hinaus existieren Objekte planetarer Masse, die nicht an massereichere Körper wie Sterne gebunden sind. In diesem Abschnitt wird natürlich nur auf Planeten unseres Sonnensystems eingegangen, da Exoplaneten für Hobby-Astronomen eigentlich nicht erreichbar sind. Jedenfalls nicht, um sie fotografisch zu erfassen. Nachweise eines Exoplaneten können auch Hobby-Astronomen durchaus gelingen.

Milchstraße

Die Milchstraße im engeren Sinn ist die bandförmige Aufhellung am Nachthimmel, die als hervortretende Symmetrieebene des Milchstraßensystems nahezu längs eines Großkreises die Himmelskugel umspannt. Der Begriff steht im weiteren Sinn beziehungsweise in der Umgangssprache auch als abkürzende Bezeichnung für das gesamte Milchstraßensystem, auch Galaxis genannt. Dieses Sternensystem vom Typ einer Balkenspiralgalaxie ist die Heimat unseres Sonnensystems. Andere extragalaktische Sterneninseln werden Galaxien genannt. Den Namen Milchstraßensystem trägt unser Sternsystem nach der Milchstraße, die als freiäugige Innenansicht des Systems von der Erde aus wie ein quer über das Firmament gesetzter milchiger Pinselstrich erscheint. Dass dieses weißliche Band sich in Wirklichkeit aus Milliarden von Sternen zusammensetzt, wurde erst 1609 von Galileo Galilei erkannt, der die Erscheinung als Erster durch ein Fernrohr betrachtete. Heute sehen leider immer weniger Menschen das Milchstraßenband am Himmel. Schuld daran ist die Lichtverschmutzung, die eine Aufhellung des Nachthimmels, vor allen in den Großstätten, zur Folge hat. Daher ist es umso wichtiger sich der Milchstraße an dunklen Orten oder im Urlaub wieder bewusst zu werden - denn der Anblick ist wunderschön.

Orionnebel

Als Nebel oder Nebelflecke wurden in der Astronomie ursprünglich alle leuchtenden flächenhaften Objekte an der Himmelskugel bezeichnet. Dazu gehörten auch Sternnebel, also Galaxien (Spiralnebel) und Sternhaufen, da sie bei geringer Auflösung im Teleskop oder mit bloßem Auge als Nebelflecke erscheinen. Heute wird die Bezeichnung kosmischer Nebel jedoch fast ausschließlich für interstellare Wolken aus Staub und Gas verwendet, die je nach Art ihres Leuchtens in verschiedene Kategorien eingeteilt werden: Emissionsnebel, Reflexionsnebel, planetarischer Nebel, Überreste einer Supernova, Dunkelwolken und außergalaktische Nebel. Als beispielhaft kann der Orionnebel genannt werden, der sich im Sternbild des Orions befindet. Er ist ein junges Sternentstehungsgebiet in der unmittelbaren Nachbarschaft zu unserem Sonnensystem. Von europäischen Astronomen wurde der Orion-Nebel erstmals 1610 von Nicolas-Claude Fabri de Peiresc dokumentiert. Charles Messier beobachtete den Nebel erstmals am 4. März 1769 und nahm ihn in seinen Katalog auf. Er ist bereits mit dem Fernglas ein sehr auffälliges Objekt. Ich mag solche Nebelregionen sehr gerne, da sie Farbe in den Weltraum bringen sowie Formen und Strukturen erkennen lassen. So sind links beispielsweise der Nordamerika- und Pelikannebel abgebildet, die beide ihren Namen aufgrund der Ähnlichkeit zu ihren Namensvettern bekamen. Mit entsprechend umgebauten Kameras lassen sich diese Nebelgebiete ausgiebig aufnehmen und selbst entdecken, was unglaublich viel Spaß macht.

Kugelsternhaufen M13

Ein Kugelsternhaufen ist eine Ansammlung sehr vieler, alter (roter, metallarmer) Sterne, die gravitativ stark an die Gesamtmasse des Haufens gebunden sind. Gegenseitige Bahnveränderungen sind im dicht bevölkerten Zentrum häufig, woraus die Kugelgestalt des Haufens folgt. Kugelsternhaufen sind ihrerseits gravitativ an Galaxien gebunden, in deren Halo sie sich weiträumig bewegen. Sie sind von offenen Sternhaufen zu unterscheiden. Kugelsternhaufen kommen häufig vor. In der Milchstraße wurden bereits ca. 150 Kugelsternhaufen gefunden. Beispielhaft wurde hier M13 abgebildet, der im Jahre 1714 durch den englischen Astronomen Sir Edmond Halley entdeckt wurde. Er ist etwa 25.100 Lichtjahre von der Sonne entfernt und besitzt die 300.000-fache Leuchtkraft von ihr. M13 weist eine scheinbare Helligkeit von 5,8 mag auf. Er kann bereits in einem Fernglas als nebliges Fleckchen wahrgenommen werden. In einem Teleskop kann er in Einzelsterne aufgelöst werden und ist damit ein interessantes Objekt für Amateurastronomen. Am Südhimmel kann Omega Centauri mit einer Helligkeit von 3,9 mag als hellster Kugelsternhaufen ausgemacht werden. Er ist mit Abstand der massereichste Kugelsternhaufen unserer Milchstraße und bereits mit bloßem Auge leicht erkennbar. Obwohl Sterne der Kugelsternhaufen zu den ersten gehörten, die sich in Galaxien bildeten, sind ihre Ursprünge und ihre Rolle in der galaktischen Evolution noch immer nicht ganz erforscht. Inzwischen geht man davon aus, dass sich Kugelsternhaufen signifikant von elliptischen Zwerggalaxien unterscheiden und sich eher als Teil einer Galaxie gebildet haben, denn als einzelne separate Galaxie.

Plejaden

Als offene Sternenhaufen oder galaktische Haufen werden Ansammlungen von zwanzig bis zu einigen tausend Sternen bezeichnet, die sich aus derselben Riesenmolekülwolke gebildet haben. Ihre Konzentration im Haufenzentrum ist relativ gering. Dennoch heben sie sich deutlich vom Sternhintergrund ab. Sie unterscheiden sich durch Größe, Lokalisation, Alter und Entstehung von Kugelsternhaufen. Offene Sternenhaufen findet man nur in Spiral- oder Irregulären Galaxien, in denen Sterne entstehen. Sie sind selten älter als ein paar hundert Millionen Jahre, denn sie werden durch Zusammenstöße mit anderen Sternenhaufen oder Gaswolken zerstört. Weiterhin können sie durch innere Faktoren auch einzelne Sterne verlieren. Junge offene Sternenhaufen können sich immer noch in der Molekülwolke befinden, aus der sie entstanden sind. Dies ist auch bei den Plejaden der Fall, die hier beispielhaft abgebildet sind. Für die Untersuchung der Sternentstehung sind offene Sternhaufen sehr wichtige Objekte. Das liegt daran, dass alle Haufensterne ungefähr das gleiche Alter und dieselbe chemische Zusammensetzung haben. So fallen kleinere Unterschiede der Eigenschaften viel schneller auf, als wenn man nur einzelne Sterne beobachtet. Auch lässt sich ihre gemeinsame Bewegungsrichtung (Sternstromparallaxe) zur Entfernungsbestimmung ausnutzen.

Andromeda-Galaxie

Eine Galaxie wird in der Astronomie allgemein eine gravitativ gebundene große Ansammlung von Materie wie Sternen und Planetensystemen, Gasnebeln, Staubwolken und sonstigen Objekten bezeichnet. Eine Galaxie ist ein besonders großes Sternsystem. Als die Galaxis im Singular wird in der Astronomie ausschließlich unsere eigene Galaxie, die Milchstraße bezeichnet. Abgebildet ist hier beispielhaft die Andromeda-Galaxie, die auch die historische Bezeichnung Andromedanebel trägt. Am Sternenhimmel ist sie im Sternbild Andromeda, nach dem sie benannt wurde, zu finden. In klaren Nächten kann die Andromedagalaxie von einem dunklen Standort aus mit bloßem Auge gesehen werden. Sie ist somit das fernste Objekt, das noch mit bloßem Auge gesehen werden kann. Sie ist 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Galaxien können sehr unterschiedliche Formen annehmen, was sie so interessant für die Astrofotografie macht. Allerdings sind sie auch, mit Ausnahme der Andromeda-Galaxie, meistens sehr kleine Objekte, die mit entsprechender Brennweite angegangen werden müssen. Das erhöht wiederum den Schwierigkeitsgrad für Montierung und Teleskop. Trotzdem ist es immer wieder spannend eine neue Galaxie aufzunehmen und anschließend zu untersuchen. Denn schließlich muss man sich auch vor Augen halten, dass andere Lebewesen in entfernten Galaxien wahrscheinlich das Gleiche mit unserer Milchstraße machen.

Kometen

Unser Sonnensystem wird häufig von Kometen durchstreift, die bestimmte periodische Eigenschaften besitzen. In Sonnennähe ist der meist nur wenige Kilometer große Kometenkern von einer diffusen, nebeligen, Koma genannten Hülle umgeben, die eine Ausdehnung von bis zu 2,7 Millionen km erreichen kann. Kern und Koma zusammen nennt man auch den Kopf des Kometen. Das auffälligste Kennzeichen der von der Erde aus sichtbaren Kometen ist jedoch der Schweif, der bei großen und sonnennahen Objekten eine Länge von mehreren 100 Millionen Kilometern erreichen kann. Meistens sind es aber maximal nur einige 10 Millionen Kilometer. Kometen werden aufgrund ihres Erscheinungsintervalls in aperiodische Kometen und periodische Kometen unterschieden. Letztere werden nach ihren Umlaufzeiten in langperiodische und kurzperiodische Kometen eingeteilt. Kometen aufzuspüren und selbst aufzunehmen ist immer eine spannende Angelegenheit. Das liegt zum einen an ihrer schnellen Eigenbewegung und zum anderen an ihrem unterschiedlichen Aussehen. Der Schweif beispielsweise ist immer sehr unterschiedlich, aber auch die Farbe kann variieren. Zudem muss man meistens sehr früh aufstehen, um Kometen einzufangen oder gar nicht erst ins Bett gehen. Die meistens Kometen wird man nur ein einziges Mal in seinem Leben sehen, da das Erscheinungsintervall für uns Menschen einfach zu hoch ist. Da sie nur relativ kurz am Himmel erscheinen, beginnt bei den Hobby-Astronomen dann meistens ein kleiner Wettbewerb, wer die ersten und schönsten Bilder aufnehmen kann. Und das Wetter muss dabei natürlich auch noch mitspielen. Umso glücklicher ist man dann, wenn man gute Bedingungen hatte und anhand der richtigen Ephemeriden (Positionswert sich bewegender astronomischer Objekte) den Kometen dann auch endlich einfangen konnte.

Die ISS als Meteoroidbeispiel

Ein Meteorit ist ein Steinkörper kosmischen Ursprungs, der den Erdboden erreicht hat, indem er die Erdatmosphäre durchquert hat. Er besteht oftmals aus Silikatmineralen oder Eisen-Nickel-Legierungen. Unabhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung werden Meteoriten zu den Gesteinen gezählt. Der Begriff Meteoroid beschreibt hingegen den Ursprungskörper, solange er sich im Weltraum befindet. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre erzeugt er eine Leuchterscheinung, die als Meteor bezeichnet wird. Das linke Bild zeigt die Leuchtspur der Internationalen Raumstation ISS, die man durchaus als Maßstab für die Helligkeit eines Meteors nehmen kann. Der Meteoroid verglüht entweder als Sternschnuppe in der Atmosphäre oder erreicht als Meteorit den Boden. Das Wort "Meteorit" leitet sich ab von der griechischen Sprache ab und bedeutet "emporgehoben" bzw. "hoch in der Luft". Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Meteoriten überwiegend Meteorsteine genannt. Auch die Bezeichnungen Aerolith (Luftstein) oder Uranolith (Himmelsstein) waren gebräuchlich. Bis Anfang der 1990er Jahre wurden die heute als Meteoroiden bezeichneten Objekte – ebenso wie die zur Erdoberfläche gelangten Überreste dieser Objekte – als Meteoriten geführt. Eigentlich möchte man diese Himmelsobjekte nicht im Bild haben. Wenn es dann doch einmal passiert, bleibt trotzdem eine gewisse Faszination zurück, da wir durch die Erdatmosphäre meistens sehr gut geschützt werden. Und die teilweise enormen Leuchtspuren am Himmel hinterlassen eine gewisse Erfurcht vor dem Leben auf der Erde beim Beobachter. So geht es mir jedenfalls.

Supernova

Der Begriff der Nova leitet sich von dem lateinischen Ausdruck „stella nova“ (neuer Stern) ab und geht zurück auf den von Tycho Brahe geprägten Namen einer Beobachtung eines Tychonischen Sterns im Jahr 1572. Er bezieht sich auf das plötzliche Auftauchen eines vorher nicht sichtbaren sternähnlichen Objektes am Firmament. Eine Supernova ist das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei der der Stern selbst vernichtet wird. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er kann für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie werden. Es gibt zwei grundsätzliche Mechanismen, nach denen Sterne zur Supernova werden können: Massereiche Sterne mit einer Anfangsmasse von mehr als etwa acht Sonnenmassen, deren Kern am Ende ihrer Entwicklung und nach Verbrauch ihres nuklearen Brennstoffs kollabiert, oder Sterne mit geringerer Masse, die in ihrem vorläufigen Endstadium als Weißer Zwerg Material akkretieren, durch Eigengravitation kollabieren und dabei durch einsetzendes Kohlenstoffbrennen zerrissen werden. Nach heutiger Definition zählen Supernovae nicht mehr zu "klassischen" Novae. Neu erscheinende Supernovae aufzunehmen ist ein schwieriges Unterfangen, weil sie plötzlich in anderen Galaxien auftauchen (siehe linke Abbildung) und wieder verschwinden. Ältere Supernovae, die Ansammlungen von Emissions- und Reflektionsnebel zurücklassen, sind hingegen dankbarere Objekte, da sie uns noch lange am Himmel begleiten werden. In beiden Fällen ergeben sich faszinierende Möglichkeiten, um dem Sterben eines Sterns zuzusehen.

Sonne

Die Sonne ist der Stern im Zentrum unseres Sonnensystems. Umgangssprachlich wird der Individualname unseres Zentralgestirns auch für andere Sterne verwendet. Trotz ihrer Entfernung von durchschnittlich 150 Millionen Kilometern ist die Sonne für das Leben auf der Erde von fundamentaler Bedeutung. Viele wichtige Prozesse auf der Erdoberfläche, wie das Klima und das Leben selbst, werden durch die Strahlungsenergie der Sonne ermöglicht. So stammen etwa 99,98 % des gesamten Energiebeitrags zum Erdklima von der Sonne – der winzige Rest wird aus geothermalen Quellen gespeist. Auch die Gezeiten gehen zu einem Drittel auf die Schwerkraft der Sonne zurück. Innerhalb des Milchstraßensystems ist die Sonne ein durchschnittlicher, zu den Gelben Zwergen gehöriger Stern. Die Sonne ermöglicht das Hobby der Astronomie auch am Tag auszuführen, da man heute als Hobby-Astronom die Möglichkeiten hat die Sonne im Weißlicht, H-Alpha-Licht und Calciumlicht betrachten und fotografieren zu können. So ergeben sich unterschiedliche Einblicke auf die Sonnenoberfläche, Sonnenflecken und Flares, die sich immer wieder schnell ändern und daher jeden Tag neue Ergebnisse ermöglichen.

Sterne

Ein Stern ist astronomisch betrachtet ein massereicher, selbstleuchtender Himmelskörper aus Gas und Plasma. Er wird durch seine eigene Schwerkraft zusammengehalten und kann an der Oberfläche Temperaturen zwischen 2.200 und 45.000 K erreichen. Weiße Zwerge schaffen sogar Temperaturen von bis zu 100.000 K. Fast alle punktförmig erscheinenden Himmelskörper sind weit entfernte Sterne. Dies ist eine Erkenntnis, die erst durch die moderne Astronomie erforscht werden konnte. Der nächste und besterforschte Stern ist unsere Sonne. Sie ist der einzige Stern auf dem wir Strukturen und Oberflächendetails ausmachen können. Alle anderen Sterne sind dafür zu weit entfernt. Sie erscheinen in Teleskopen nur als Punkt, genauer als Beugungsscheibchen. Lediglich relativ nahe Überriesen wie Beteigeuze (siehe Bild) oder Mira können mit modernen Teleskopen als Scheibchen aufgelöst werden, auf denen Sonnenflecken nachweisbar sind. Das ist allerdings nicht mit dem Equipment von Hobbyastronomen machbar. Sterne an sich fotografiert man eher seltener. Dies kann bei hellen Objekten auch durchaus für die Kamera nicht ganz ungefährlich sein. Aber ihre Umgebung kann entsprechend motivierend sein, um Nebel oder Sternfelder mit aufzunehmen.

Sternbilder

Als Sternbilder werden visuelle Einheiten einzelner heller Sterne am Himmel bezeichnet, die auch zur Orientierung am Sternhimmel gern verwendet wurden bzw. werden. Seit der Steinzeit wurden solche Sterngruppen verschiedenen mythologischen Figuren, Tieren oder Gegenständen zugeordnet. Als bekanntestes Sternbild gilt in unseren Breitengraden der große Wagen, der ein Teil des Großen Bären ist, dessen zwei Kastensterne die Richtung zum Polarstern vorgeben. Sternbilder waren in vielen Kulturen ein Mittel zur Orientierung am Himmel und daher auch für die Seefahrt von Bedeutung. Während früher die genaue Form der Sternbilder teilweise der persönlichen Interpretation überlassen war, sind sie heute in ihrem Umfang klar definiert und dienen der örtlichen Zuordnung und Kartierung des Himmels. Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat die Sternbildgrenzen nach Himmelskoordinaten festgelegt und verwendet sie u. a. zur genäherten Ortsangabe veränderlicher Himmelsobjekte wie Meteore oder Novae. Trotz der heute relativ geringen Bedeutung haben Sternbilder bis heute nichts von ihrer Faszination auf den Betrachter eines dunklen Sternenhimmels verloren. Für den Hobbyastronomen sind sie immer noch wichtig, da man durch sie ohne Goto-Einrichtung am Himmel gezielt spazieren gehen und entsprechende Objekte auffinden kann. Interessant sei noch zu erwähnen, dass auf der Nordhalbkugel die markantesten Sterne zu Sternbilder zusammengefasst wurden, während die Ureinwohner Australiens - die Aborigines - die Dunkelwolken der Milchstraße zu Objekten zusammenfassten. Der Himmel war anscheinend damals bereits um einiges dunkler, als im dichtbesiedelten Europa.

Mondfinsternis

Als Okkultation, Bedeckung oder Verfinsterung bezeichnet man das Vorbeiziehen eines scheinbar größeren Himmelskörpers vor einem anderen, wobei sich das Verhältnis auf die scheinbare Größe bezieht. Im umgekehrten Fall, wenn der bedeckte Himmelskörper der scheinbar größere ist, spricht man von einem Transit oder Durchgang. Ein Sonderfall der Okkultation ist die Finsternis (Eklipse), wenn das überdeckte Objekt so hell ist, das diese Namensgebung angebracht ist, insbesondere also die Sonnenfinsternis (die Okkultation der Sonne durch den Mond), aber auch die Mondfinsternis (die Okkultation der Sonne durch die Erde, vom Mond aus gesehen). Allerdings stellt eine Mondfinsternis eine echte Verfinsterung des Mondes dar, weil dieser sich dann im Erdschatten befindet, wohingegen eine Sonnenfinsternis genau genommen eine "Sonnenbedeckung" beziehungsweise eine "Erdfinsternis" ist, weil ein Teil der Erdoberfläche durch den Mondschatten verfinstert wird. Das Problem bei solchen Verfinsterungen ist, dass man sie an seinem Standort so selten beobachten kann, weshalb man meistens gezwungen wird entsprechende Reisen vorzunehmen. Speziell eine Sonnenfinsternis werden wir in Deutschland nicht mehr erleben. Die letzte totale SoFi war im Jahr 1999 und die nächste ringförmige SoFi wird erst im Jahr 2082 wieder stattfinden. Von daher ist man darauf angewiesen den Verfinsterungen meistens hinterher zu reisen, was aber auch mit sehr viel Spaß verbunden ist. Andere Verfinsterungen, wie z.B. den Venustransit, wird man sogar gar nicht mehr erleben können, unabhängig von der eigenen Reiselust, da der letzte im Jahr 2012 stattfand und der nächste sich erst wieder im Jahr 2117 ereignen wird. Umso schöner ist es dann, wenn man diese Chance nutzen konnte und auch noch das Wetter mitspielte.

Polarlichter und Wetterleuchten

Das Aurora borealis (Nordlicht) oder Aurora australis (Südlicht) wird allgemeingültig als Polarlicht bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Leuchterscheinung, die angeregt wird durch Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre, die in Polargebieten beim Auftreten beschleunigter geladener Teilchen aus der Erdmagnetosphäre auf die Atmosphäre selbst hervorgerufen wird. Polarlichter sind meinstens in der Nähe dr Erdmagnetpole zu sehen, können aber auch in Deutschland in seltenen Fällen auftreten. Die Häufigkeit hängt dabei von der Sonnenaktivität und deren Aktivitätszyklen ab. Große koronale Masseauswürfe sind für Polarlichter in Mitteleuropa wichtig. Aber auch auf Griechenland oder den Kanaren konnte man bereits Polarlichter in Einzelfällen sichten. Ein ganz anderes Phänomen sind Leuchtende Nachtwolken, die auch als Night Lighting Clouds (NLC) bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Eiskristallen oberhalb der Mesosphäre in der Mesopause. Dort wird das absolute Temperaturminimum der Erdatmosphäre erreicht. Sie erscheinen in einer Höhe von 81-85 km, im Gegensatz zu den Wolkenformen der Troposphäre. Die meisten Sichtungen gelingen im Mitteleuropa von Anfang Juni bis Ende Juli in den Monaten der Sommersonnenwende in der Dämmerung in Richtung Norden. In diese Richtung sollte man auch blicken, wenn man Polarlichter sehen möchte, weshalb beide Phänomene auch gerne miteinander verwechselt werden.

   


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